Großer Solarpark in Grenderich eröffnet
Ein guter Tag für die Energiewende in Rheinland-Pfalz, allerdings kein so guter für die Stromerzeugung. Dichter Nebel liegt am Vormittag über den Photovoltaikanlagen in Grenderich, die Sonne zeigt sich erst spät. Das kann die Laune vor Ort aber nicht trüben. Denn künftig soll der Solarpark rund 54.000 Haushalte mit Strom – und die Gemeinden mit Geld versorgen.
Jürgen Hoffmann (FDP), Bürgermeister Verbandsgemeinde Zell
„Das hier ist natürlich was ganz Bedeutendes, für die ganze Region, auch für die Ortsgemeinden, die hier natürlich enorm durch die Pachteinnahmen und auch durch weitere Erträge partizipieren. Und auch Ortsgemeinden, die jetzt keine Fläche bei uns zur Verfügung stellen konnten, die werden auch profitieren durch den Solidarpakt, der gemeinsam mit der Verbandsgemeinde dann geschlossen worden ist.“
30 Prozent der Einnahmen werden unter den Gemeinden aufgeteilt, der Rest verbleibt an den jeweiligen Standorten. Insgesamt neun Freiflächen-Photovoltaikanlagen bilden einen sogenannten Solar-Cluster. Über 120 Millionen Euro hat Entwickler und Betreiber ENERPARC in den Bau investiert. Größte Herausforderung: Die Verlegung von Kabeln auf über 15 Kilometern.
Stefan Müller, Vorstand ENERPARC
„Wir mussten durch mehrere Berge durch, wir mussten unter der Mosel unten durch. Das ist jetzt für uns im Solarbereich was total Neues. Für Firmen, die natürlich Bohrungen machen, ist es nichts Neues. Aber das war auch spannend, mit denen mal zusammenzukommen und zu sehen, was technisch auch umsetzbar ist.“
Drei Jahre hat der Bau der Anlagen gedauert, die künftig bis zu 200 Megawatt Strom erzeugen sollen – fast die Hälfte des jährlichen Ausbauziels in Rheinland-Pfalz. Klimaschutzministerin Katrin Eder zeigt sich entsprechend zufrieden, sieht aber noch einigen Handlungsbedarf.
Katrin Eder (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN), Klimaschutzministerin Rheinland-Pfalz
„Wir müssen sowohl die Stromnetze jetzt massiv ausbauen, um diese Schwankungen durch die Erneuerbaren auch aufnehmen zu können. Aber wir müssen auch mit Speichern agieren, die natürlich hier auch dienen können und Elektrolyseure, also Umwandlung in Wasserstoff, auch eben als Speicher. Und hier sind noch viele Aufgaben zu tun.“
Damit hier überhaupt ausreichend Strom erzeugt und die kommunalen Haushalte stabilisiert werden können, hofft man in der Verbandsgemeinde Zell nun vor allem auf eines: besseres Wetter als zum Start heute.









