Kampf gegen Geldautomaten-Sprengungen
Ein großer Knall und dann liegt alles in Trümmern. So geschehen an Silvester in Bundenthal in der Südpfalz. Nachdem Unbekannte einen Geldautomaten gesprengt haben, brennt diese Bankfiliale komplett aus.
Einer von vielen Fällen, in denen Kriminelle Schäden in Millionenhöhe anrichten. Um dem entgegenzuwirken, gibt es in Rheinland-Pfalz seit Anfang 2023 höhere Sicherheitsvorkehrungen. Und tatsächlich: Die Maßnahmen zeigen Erfolg.
Michael Ebling (SPD), Innenminister Rheinland-Pfalz
„Wir können jetzt feststellen, dass die Zahl der Sprengungen in diesem Jahr drastisch zurückgegangen ist, über 50 Prozent und vor allen Dingen, wir haben verhindert, dass es Taterfolge gibt, also dass am Ende auch eine Sprengung nur noch zur Hälfte auch zu einem Ziel, nämlich der Entnahme von Geld geführt hat.“
Der Trend zeigt: In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Automatensprengungen gestiegen – die meisten gab es im Jahr 2022. Da waren es in Rheinland-Pfalz 56. In diesem Jahr sind es bislang 20 Taten – ein deutlicher Rückgang.
Grund dafür seien die neuen Sicherheitsvorkehrungen, da sind sich heute alle einig. Gebäude wurden verstärkt, Standorte verlegt, nächtliche Schließungen angeordnet und Schutztechniken wie Vernebelung und Einfärbesysteme eingeführt. Über 20 Millionen Euro haben die Banken nach eigenen Angaben dafür ausgegeben.
Thomas Hirsch, Präsident Sparkassenverband Rheinland-Pfalz
„Das ist in dreifacher Hinsicht lohnenswert, denn diese Angriffe sind zum einen natürlich ein Angriff auf das Eigentum der Banken und auch der Gebäudeeigentümer. Sie sind zum anderen natürlich mit persönlichen Schäden verbunden, wenn es Verletzte gibt. Und sie sind am Ende aber auch ein Angriff auf öffentliche Infrastruktur, denn die Bargeldversorgung hat in Deutschland auch perspektivisch eine hohe Bedeutung und wir stehen dafür, diese Bargeldversorgung sicherzustellen.“
Trotzdem haben die Banken aus Sicherheitsgründen einige der rund 2000 Geldautomaten in Rheinland-Pfalz stillgelegt. Für viele Bürger bedeutet das: einen schlechteren Zugang zu Bargeld.
Neben präventiven Maßnahmen, gibt es auch vermehrt Kontrollen und Fahndungen. So konnte die Polizei im vergangenen Jahr 81 Tatverdächtige feststellen und 61 davon festnehmen.
Michael Ebling (SPD), Innenminister Rheinland-Pfalz
„Wir haben massiv investiert in Kontrollen. In eineinhalb Jahren fast tausend Maßnahmen, nur um den Geldautomatensprengern Herr zu werden. Und der Erfolg gibt uns Recht.“
Politik, Polizei und Banken arbeiten auch weiterhin eng zusammenarbeiten, damit sich der positive Trend in den nächsten Jahren fortsetzt.









