Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

E-Scooter-Verbot im Frankfurter Nahverkehr

Okt. 18, 2024

E-Scooter sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Gerade um die sogenannte ‚letzte Meile‘ von und zur Arbeit zu überbrücken, wenn man beispielsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. In der Großstadt Frankfurt ist das jetzt aber nicht mehr so einfach, denn die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF hat die Mitnahme der E-Scooter in U- und Straßenbahnen verboten. Für einige ein echter Aufreger.
Hier an der Bahnsteigkante ist Schluss mit der Elektromobilität. Ab sofort gilt in der Mainmetropole ein Verbot von E-Scootern in den U-Bahnen und Straßenbahnen. Hintergrund der Entscheidung der Verkehrsgesellschaft: Die Lithium-Ionen-Akkus der Escooter seien nicht sicher, da sie nicht auf ihre mechanische Festigkeit geprüft werden.

Juliane Herzog, Sprecherin Verkehrsgesellschaft Frankfurt VGF
„Da kann es einfach zu Explosions- und Brandfällen kommen, die einfach ein ganz hohes gesundheitliches Risiko einfach bedeuten für Menschen, Fahrgäste, für unsere Fahrgäste in den Bahnen.“

E-Bikes, Pedelecs oder E-Rollstühle dürfen allerdings weiter mitfahren. Hier seien die Sicherheitsstandards der Batterien erfüllt. Für viele E-Scooter Besitzer ist das absolut unverständlich. Die Aufregung im Netz ist groß.

„So klappt das mit der Verkehrswende. Da kauft man sich ne Bahncard und so ein Roller für viel Geld. Und jetzt darf man ihn nicht mehr mitnehmen. Also am Ende dann doch einen Firmenwagen und auf den Rest geschissen.“
„Was für eine schwachsinnige Entscheidung. German Angst mal wieder.“
„Weil ja täglich mehrere von den Dingern in den öffentlichen Verkehrsmitteln abfackeln … Fadenscheinige Argumente und Gründe werden da vorgebracht.“

Tatsächlich sind in Deutschland keine Fälle von brennenden E-Scootern in Bussen oder Bahnen bekannt. Im europäischen Ausland dagegen schon. Der deutsche TÜV bescheinigt den E-Scooter-Akkus allerdings ein hohes Sicherheits- und Brandschutzniveau und sieht das Mitnahmeverbot kritisch. Ebenso wie die Grünen im hessischen Landtag. Das Verbot schade der Verkehrswende.

Katy Walther (B90/Grüne), Abgeordnete Landtag Hessen
„Wenn die Leute erst mal im Auto sitzen und nicht an der Bahnhaltestelle aussteigen und in den Zug umsteigen, sondern gleich durchfahren zur Arbeit, dann verlieren wir Fahrgäste im ÖPNV und das kann ja nicht das Ziel sein. Von daher ist es wichtig, dass die Leute weiter mit den Scootern in die Bahnen können.“

In Wiesbaden dürfen Scooter übrigens weiterhin in den öffentlichen Verkehrsmitteln mitfahren, genauso wie in allen Zügen der Deutschen Bahn. Und auch in den Frankfurter Bussen ist die Mitnahme erlaubt. Es droht ein Verbotswirrwarr. Der hessische Verkehrsminister strebt deshalb eine einheitliche Regelung an.

Kaweh Mansoori (SPD), Verkehrsminister Hessen
„Ziel muss es jetzt sein eine Positivliste zu bekommen, die den technischen Anforderungen genügen, weil wir am Ende beides hinkriegen müssen. Es geht um die Sicherheit der Fahrgäste in der U-Bahn, in der Straßenbahn, im Bus und gleichzeitig aber auch darum Bus und Bahn attraktiver zu machen. Und einfach sicherzustellen, dass die Menschen schnell und bequem von A nach B kommen. Und deswegen habe ich natürlich ein Interesse da dran, dass die möglichst schnell wieder mitfahren können. Und wie wir das jetzt hinkriegen, daran arbeiten wir.“

Dann erwägt die Frankfurter Verkehrsgesellschaft das Mitnahmeverbot zurücknehmen. Bis dahin müssen die Scooter aber auf der Straße bleiben – und nicht in den Bahnen.