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Nach 20 Jahren Sonntagsöffnung – Ärger für Mini-Supermarkt

Okt. 14, 2024

Ein Supermarkt im osthessischen Eichenzell-Rothemann sorgt aktuell im Großraum Fulda für Aufsehen. 20 Jahre lang hat der Besitzer gegen das Ladenöffnungsgesetz verstoßen und sein Geschäft auch sonntags geöffnet. Und das wurde von seinen Kunden auch gerne genutzt. Damit ist jetzt aber Schluss. Denn der Verstoß ist nach Jahrzehnten aufgefallen.
Sonntags mal eben schnell in den Dorfladen und das Nötigste einkaufen. Das war im Supermarkt von Stefan Reith jahrelang möglich. Er schloss jeden Sonntag für drei Stunden seine Pforten auf.
Stefan Reith (Besitzer): „Wir sind so ein bisschen unter dem Radar geflogen. Und wo kein Kläger da kein Richter und wenn hat es denn schon gestört oder wer hat sich dran gestört? Wir sind nur ein kleiner Markt hier mit 300 Quadratmetern und wir wollen ja hier das Ortsbild erhalten, dass hier ein Laden ist, dass hier eine Postagentur ist und daher brauchen wir halt auch diese Umsatznischen um das interessant zu machen.“
Doch im August geht im Regierungspräsidium Kassel ein anonymer Hinweis ein, dass in Rothemann gegen das Ladenöffnungsgesetz verstoßen wird. Der Landkreis Fulda soll die Sachlage überprüfen. Es folgt die Anordnung einer sofortigen Schließung. Daran hält sich Stefan Reith seitdem auch. Für ihn und seine Kunden ein herber Rückschlag.
Arik Reiter: „Gerade hier im Ort gibt es viele ältere Herrschaften und für die ist es wirklich ein absolutes Lebensqualitätskriterium, dass die hier auch mal sonntags herkommen können und sich einfach nochmal die notwendigsten Sachen holen können. 
Winfried Herd: „Es fehlt halt doch mal irgendwas und ich finde es halt unheimlich wichtig und es wäre schade, wenn diese Möglichkeit nicht mehr da wäre.“ 
Herbert Zinn: „Warum soll das hier nicht möglich sein was an jeder Tankstelle möglich ist? Da wird im Fernsehen beworben, dass sie Supermarkt sind. Das wird offiziell beworben und hier wird es verboten.“
In der Tat gibt es für den Sonntagsverkauf Ausnahmeregelungen. So dürfen zum Beispiel Supermärkte in Tankstellen oder in Bahnhofsnähe auch am Sonntag öffnen. Auf diese Ungleichbehandlung will Stefan Reith hinweisen. Er startet eine Petition gegen die Schließung. Bis heute hat er insgesamt 600 Unterschriften gesammelt
Stefan Reith (Besitzer): „Man sollte mal grundsätzlich über das veraltete Gesetz nachdenken und ich bin der Meinung: Gerade die Selbstständigen und nicht so die Großen, die Kleinen sollen doch dann ihr Geschäft öffnen können wo sie auch ihren Umsatz machen oder wo sie meinen da könnten sie Umsatz machen.“
Doch aus dem hessischen Arbeits- und Sozialministerium werden dem Ladenbetreiber keine Hoffnungen gemacht.
Texttafel: „Sicherlich ist es für Herrn Reith ein Rückschlag, sein Geschäft nicht mehr sonntags öffnen zu können, nachdem er das jahrelang getan hat. Festzuhalten bleibt aber, dass er mit der Sonntagsöffnung viele Jahre gegen die bestehenden Regelungen des HLöG verstoßen hat.“ – Arbeits- und Sozialministerium Hessen
Eine sonntägliche Öffnung sei nur dann möglich, wenn sich Reith auf das Verkaufen von Backwaren beschränken würde. Das sei für ihn aber nicht rentabel. Deshalb wird der Dorfsupermarkt in Rothemann in Zukunft wohl geschlossen bleiben.