Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Weltmädchentag soll Mut machen

Okt. 11, 2024

Heute ist der 11. Oktober – und damit Weltmädchentag. Der von den Vereinten Nationen ausgerufene Aktionstag soll auf die weltweiten Benachteiligungen von Mädchen aufmerksam machen. In Mainz fand heute ein Aktionsmarsch statt, im Vorfeld gab es einen Diskussionsabend im Kino CinéMayence – mit einem ermutigenden Film und einer Protagonistin auf ganz besonderer Mission.
[Ausschnitt Trailer „Mission Ulja Funk“]
„Mission Ulja Funk“ erzählt die Geschichte der 12-jährigen Ulja, die sich für Astronomie begeistert und den Aufprall eines Asteroiden hautnah miterleben will. Doch in ihrem streng religiösen Umfeld stößt ihr Wissensdurst auf Widerstände, ihr Traum scheint zu platzen. Mutig entscheidet sie, ihren eigenen Weg zu gehen. Chancenungleichheit von Mädchen und Jungen – zentrales Thema bei der anschließenden Podiumsdiskussion.
Christine Reisinger, PLAN International 
Wir müssen dafür kämpfen, dass die Mädchen die gleichen Rechte haben. Dass sie nicht nur zuhause sitzen sollen und die Erziehung übernehmen sollen, den Haushalt führen sollen. Dass sie lernen, dass sie Rechte haben, auf Bildung vor allen Dingen.
Geschlossenheit zeigen das Kinderhilfswerk PLAN International, das Frauennetzwerk Soroptimist International, die Filmemacherin Barbara Kronenberg und Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Er verweist auf Landesprogramme zur Förderung junger Frauen etwa in naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen, mahnt aber auch:
Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident Rheinland-Pfalz 
Wir haben noch Unterschiede, was Berufsmöglichkeiten angeht. Nicht formal, aber tatsächlich. Wir haben immer noch die Situation, dass die allerwenigsten DAX-Unternehmen in Deutschland von Frauen geführt werden oder auch nur Frauen im Vorstand haben. Wir haben das in vielen anderen Lebensbereichen.
Um das zu ändern, bleibt noch viel zu tun. Das zeigen auch die Alltagserfahrungen der Besucherinnen.
Voxpops 
Elke Ofterdinger, ehemalige Lehrerin und Schulleiterin aus Mainz (6s.)
Standardsatz: Mädchen können nicht rechnen und Jungs sind schlecht in der Rechtschreibung, da fängt’s schon an.
Fenja Kochs, Schülerin aus Mainz (14s.)
Bei uns gibt es zum Beispiel auch „Jugend forscht“. […] Und man merkt dann halt auch beim Wettbewerb selber, dass es meistens mehr Jungs als Mädchen sind, die das machen und da würde ich mir einfach wünschen, dass das mehr Mädchen so nahe gelegt wird, dass die das mal ausprobieren können.
Birthe von Campenhausen, Schülerin aus Mainz (19s.)
Wenn’s so um das Thema Gewalt geht, dann heißt es ja auch ganz oft, mit Täter-Opfer-Umkehr, das heißt: Ja, also wenn man ein bauchfreies Top trägt oder einen Minirock, dann… Die Frau wollte das, ja, dass ich sie anfasse. Das geht natürlich gar nicht und das sind einfach so die Vorurteile. 
Die Botschaft des Abends: Gemeinsam Vorurteile abbauen, Rahmenbedingungen verbessern und das Selbstbewusstsein junger Frauen stärken. Auch durch weibliche Vorbilder – wie die junge Ulja im Film, die vormacht, was alles gelingen kann, wenn man auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten vertraut.