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So werden Cyberangriffe abgewehrt

Okt. 7, 2024

Noch nie war die Gefahr, in Deutschland Opfer von Cyberkriminalität zu werden, so hoch wie heute. Alleine im vergangenen Jahr wurden hierzulande mehr als 134.000 Cyber-Angriffe registriert. Vor allem auf Unternehmen – aber auch auf Behörden, Institutionen – und nicht zuletzt auf Privatpersonen. Tendenz weiter steigend. Der dabei entstandene Schaden geht in die Milliarden. Cyberkriminalität zu erkennen, zu verstehen und zu verhindern – das ist das erklärte Ziel des Nationalen Forschungszentrums für angewandte Cybersicherheit „Athene“ in Darmstadt. Dort gab es heute hohen Besuch aus Berlin.
Auf den ersten Blick wirkt die so genannte „Cyber-Ranch“ im Nationalen Cybersicherheits-Forschungszentrum „Athene“ wie ein Treffen von Computer-Nerds, die sich gemeinsamen zum Online-Zocken verabredet haben. Doch der Eindruck täuscht: An den Rechnern im halb abgedunkelten Raum sitzen junge Wissenschaftler, die sich dem Kampf gegen Cyber-Kriminelle verschrieben haben. Sie versuchen, Schwachstellen in der digitalen Infrastruktur aufzudecken, die Cyberangriffe überhaupt erst möglich machen. Heute zu Besuch: Bundesinnenministerin Nancy Faeser, die mit besonderer Sorge auf die wachsende Zahl staatlich gelenkter Cyber-Attacken blickt.
Nancy Faeser, SPD, Bundesinnenministerin: „Die aktuelle politische Bedrohungslage ist eben sehr hoch. Vor allen Dingen natürlich auch durch den russischen Angriffskrieg. Wir sehen sehr viel staatlich Gesteuertes, was im Bereich der Cybersicherheit auf uns zu kommt. Aber auch in allen andern Bereichen. Von daher haben wir da einen besonderen Fokus drauf.“
Bei „Athene“ geht es nicht darum, reale Fälle von Cyberkriminalität aufzuklären: Hier wird Grundlagenforschung betrieben. Und das äußerst erfolgreich: Nach eigenen Angaben ist das zur Fraunhofer-Gesellschaft gehörende Institut das größte Forschungszentrum für Cybersicherheit in Europa und gehört auch weltweit zu den Top 5.
Claudia Plattner, Präsidentin Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): „Diese Einrichtung hier zeigt, wie gut wir eigentlich wirklich sind, wenn es darum geht, Know-How aufzubauen. Das ganze Thema Cybersicherheit zu verstehen. Auch zu wissen, was wir eigentlich tun müssen. Ich glaube, Ihr setzt ganz ganz wertvolle Impulse hier mit Eurer Einrichtung in dem ganzen Athene-Projekt. Wir haben hier ein echtes Pfund. Ein echtes Asset für Deutschland. Und das hier am Standort.“
Finanziert wird „Athene“ unter anderem vom Bund und vom Land Hessen, die das Cybercrime-Forschungszentrum in der Wissenschaftsstadt Darmstadt zusammen mit rund 26 Millionen Euro im Jahr unterstützen. Weitere 63 Millionen Euro stammen aus Drittmitteln.
Insgesamt arbeiten in der Darmstädter Einrichtung rund 600 Wissenschaftler sowie 300 Studierende daran, Cyberkriminellen auch in Zukunft das Leben so schwer wie möglich zu machen.