Reaktionen auf Entscheidung zur Kanzlerkandidatur der Union
Die K-Frage – sie ist beantwortet. Friedrich Merz soll Kanzlerkandidat der Union werden. In Berlin verkündet Markus Söder heute überraschend, dass er sich aus dem Rennen zurückzieht. Als größere Schwester habe die CDU das erste Zugriffsrecht für die Kanzlerkandidatur. Davon mache Friedrich Merz jetzt Gebrauch.
Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender
„Die CSU akzeptiert das, ich akzeptiere das. Und zwar nicht zähneknirschend, sondern, ich sage das ausdrücklich, er hat meine volle Rückendeckung, und zwar, und das ist wichtig, mit einer hohen persönlichen Wertschätzung verbunden.“
Bereits gestern hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst klar gemacht, dass er als Kanzlerkandidat nicht zur Verfügung steht und Friedrich Merz unterstützt. Dieser möchte heute zusammen mit Markus Söder vor allem Einigkeit demonstrieren. Es gäbe keinen Streit mehr, auch nicht in der Migrationspolitik.
Friedrich Merz (CDU), Bundesvorsitzender
„Wir gehen dann gemeinsam in das Bundestagswahljahr 2025 in der festen Absicht die Führungsverantwortung für unser Land wieder zu übernehmen mit einem von uns geführten Bundeskabinett. Mit einer Politik, die Deutschland wieder nach vorn bringt. Mit einer Politik, die das Land wieder funktionieren lässt.“
Der 68- Jährige ist seit zwei Jahren Bundesvorsitzender der CDU und wollte schon 2021 Kanzlerkandidat werden. Damals hat er jedoch einen harten Machtkampf gegen Armin Laschet verloren. Dieser musste sich dann noch gegen den CSU-Chef Markus Söder durchsetzen. Aus Sicht der CDU ist dieser Streit rückblickend ein Hauptgrund für das schlechte Abschneiden bei der vergangenen Bundestagswahl. Ein Fehler, den die Union diesmal vermeiden will.
Der hessische Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende Boris Rhein begrüßt die Entscheidung. Friedrich Merz sei genau der richtige Kandidat.
Boris Rhein (CDU), Landesvorsitzender Hessen
„Deswegen werde ich heute dem CDU-Landesvorstand, der Hessen-Union, den Vorschlag machen, dass wir uns hinter Friedrich Merz stellen. Und ich bin sehr sicher, dass sich die Hessen-Union sich einstimmig hinter Friedrich Merz stellen wird, damit wir mit einem starken Kandidaten, einem guten Kandidaten in den Wahlkampf gehen. Der bewiesen hat, dass er es kann.“
Doch bei den Wählern ist Friedrich Merz nicht so beliebt wie Markus Söder. In einer aktuellen Umfrage von Infratest Dimap halten ihn nur 23 Prozent der Befragten für einen guten Kanzlerkandidat. Bei Söder sind es 41 Prozent.
Für den rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden der CDU, Christian Baldauf, kein Grund zur Sorge.
Christian Baldauf (CDU), Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz
„Wir haben noch ein Jahr vor uns und es werden noch viele Punkte gesetzt werden, die zeigen, was bei uns besser ist. Dass wir ein klares Konzept haben für die Migration, dass wir diese einschränken wollen. Dass wir ein klares Konzept haben, unsere Wirtschaft hier in Deutschland zu erhalten. Und das werden wir jetzt dementsprechend im Wahlkampf kundtun. Und da mache ich mir überhaupt keine Sorge, dass Friedrich Merz ein sehr gutes Ergebnis erzielt.“
Denn die Partei liegt in Umfragen bei 33 Prozent und damit unangefochten an der Spitze.
Offiziell gekürt wurde Friedrich Merz heute aber noch nicht. Erst müssen die Parteivorstände von CDU und CSU dem Vorschlag zustimmen. Das gilt jedoch als sicher.









