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Pistorius besucht Artillerieschule in Idar-Oberstein

Sep. 16, 2024

Der Krieg in der Ukraine war wie ein Weckruf für Deutschland, wieder mehr in das eigene Militär zu investieren. 100 Milliarden Euro hat die Bundesregierung als Sonder-Vermögen bereitgestellt. Selbst einsatzfähig sein, aber auch der Ukraine zur Seite stehen sind die erklärten Ziele. Heute hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius einen wichtigen Bundeswehr-Standort besucht – die Artillerieschule in Idar-Oberstein.
Sie ist eine der modernsten Artilleriesysteme weltweit: die Panzerhaubitze 2000. Munition wie Granaten kann sie rund 30 Kilometer weit schießen. Auch bewegliche Ziele trifft sie präzise. Kostenpunkt: rund 15 Millionen Euro. Hier in der Artillerieschule in Idar-Oberstein lernen die Soldaten, sie zu bedienen. Eine Probefahrt ließ sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bei seinem Besuch heute nicht entgehen.

Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister
„Die Bedeutung der Artillerie wird eben gerade dann besonders sichtbar, wenn wir weg sind von reinen internationalen Kriseninterventionseinsätzen und wieder uns fokussieren müssen auf Landes- und Bündnisverteidigung. Gerade der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigt einmal mehr, und das tagtäglich, wie groß die Bedeutung der Artillerie auf dem modernen Gefechtsfeld ist.“

Seit 2022 werden in Idar-Oberstein auch ukrainische Soldaten an Panzerhaubitze 2000 ausgebildet. Anfang September hatte Pistorius angekündigt, der Ukraine 12 weitere dieser Geschütze zu liefern – die ersten sechs schon in den kommenden Wochen. Vor einiger Zeit machte die Artillerieschule Schlagzeilen als „trauriges Paradebeispiel für den schlechten Zustand von Liegenschaften der Bundeswehr“. In den kommenden 15 Jahren will der Bund hier deshalb rund 150 Millionen Euro investieren. Erste Arbeiten sind angelaufen.

Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister
„Die Infrastruktur ist eine Riesenherausforderung, sie ist das Stiefkind der Bundeswehr in den letzten 30, 40 Jahren gewesen, deswegen haben wir das erkannt, deswegen gehen wir das an.“
Oberst Olaf Tuneke, Leiter Artillerieschule
„Wenn ich ehrlich bin geht’s mir natürlich viel zu langsam, das muss ich auch sagen als Hausherr hier. Wir wären sehr froh, wenn das Ganze etwas schneller gehen könnte, aber wir sind froh, dass wir einen Anfang haben.“

Neben baulichen Maßnahmen will das Ministerium die Schule künftig auch mit neuen leistungsfähigen Waffen- und Aufklärungssystemen ausrüsten.
Bleibt da noch ein weiteres großes Problem: der Nachwuchsmangel. Denn ohne Soldaten nützen auch die modernsten Waffensysteme nichts.