Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Bundesweiter Warntag

Sep. 12, 2024

Jetzt mal ganz ehrlich: Wer von Ihnen hat sich heute Vormittag erschrocken, als plötzlich überall der Alarm los ging? Heute ist offizieller Warntag und zwar in ganz Deutschland. Eine besondere Rolle spielt dieser Tag in Rheinland-Pfalz, spätestens seit der Flutkatastrophe im Ahrtal vor etwas mehr als drei Jahren. Die Meldekette hat nicht funktioniert – teilweise wegen menschlichen Versagens, teilweise weil die Technik nicht auf dem neuesten Stand war. Seitdem hat sich einiges getan im Land. Wir waren heute beim Sirenentest in Neustadt Wied dabei.
Es war laut heute Vormittag um elf. Die Sirenen heulen, die Handys schlagen Alarm – eine bundesweite Probewarnung, die auf den Katastrophenfall vorbereiten soll.

Holger Kurz, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Landkreis Neuwied
„Zum einen wird die Bevölkerung informiert, fokussiert auf das Thema Warnung. Aber für uns ist es auch immer eine unheimlich gute Gelegenheit mal die ganzen Abläufe zu testen. Wir stehen natürlich auch immer vor der Frage: Wie warnen wir, mit welchen Mitteln, welche Texte nehmen wir, welche Technik nehmen wir? Und da ist sowas irgendwo ein hervorragender Termin, um das einfach mal zu trainieren.“

Für die drei Sirenen in Neustadt (Wied) ist es der erste große Einsatz. Ende vergangenen Jahres erst wurden sie installiert. Eine Folgemaßnahme der Flutkatastrophe in Ahrtal und Eifel vor etwas mehr als drei Jahren. 136 Menschen haben damals ihr Leben verloren. Ein Grund für diese hohe Opferzahl: Viele Menschen haben zu spät von der Gefahr erfahren, die Notfallwarnungen sind nicht zu ihnen durchgedrungen. Das muss in Zukunft anders laufen.

Daniel Stich (SPD), Staatssekretär Innenministerium Rheinland-Pfalz
„Und deswegen setzen wir auf diesen Warnmittelmix, dass wir gucken müssen, wo ist welches Warnmittel am geeignetsten. Deswegen müssen wir auch weiterhin investieren, das stimmt, auch in mobile Einrichtungen. Und wir wollen auch diesen Tag nutzen, dass mehr Menschen noch die entsprechenden Apps sich herunterladen. Insofern, wir haben noch Luft nach oben.“

Zehn Millionen Euro haben Bund und Land in den vergangenen drei Jahren in die Hand genommen, um das Sirenensystem in Rheinland-Pfalz auszubauen. Und es soll noch mehr dazukommen.
Auch in der Landeshauptstadt Mainz geht heute um 11 Uhr der Alarm los.

Barbara Kolter
„Ich war gerade in einer Arztpraxis und da sind alle Handys dann losgegangen. Meins hab ich in der Tasche ausgeschaltet gehabt, aber dann gingen auch die Sirenen los, ich habe das gehört.“
Simone Fani
„Ich war halt kurz überrascht, habe mir aber gedacht, dass es kein richtiger Einsatz wird. Also irgendwie dachte ich mir das schon, obwohl ich gar nicht informiert war.“
Raju Sarestaa
„Ich habe mich erschrocken erst mal. Also ich meine, ich wusste, dass das kommt. Aber trotzdem, war komisch.“

Rund um den Probealarm informiert die Mainzer Feuerwehr die Bürger darüber, was es mit der Aktion auf sich hat und wie sie sich im Ernstfall verhalten sollen. Und die Resonanz ist positiv.
Genau wie das Fazit der Verantwortlichen zum heutigen Probealarm. Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Sirenen und digitalen Warnmittel in Rheinland-Pfalz und Hessen funktioniert. Zeit zusammenzupacken, bis hoffentlich erst in einem Jahr, beim nächsten bundesweiten Warntag.