Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Automechanika in Frankfurt

Sep. 11, 2024

Die Automobilindustrie steckt derzeit in einer tiefgreifenden Krise. Morgen debattiert der hessische Landtag über die Probleme bei VW und das Komponentenwerk in Baunatal – darüber berichten wird natürlich. Heute sind wir auf der größten Zuliefer-Messe der Welt, der Automechanika in Frankfurt, wo auch viel über die derzeitigen Herausforderungen gesprochen wird. Hier wagt man aber auch den Blick nach vorn – in die automobile Zukunft.
Dieses Auto scheint ein Mysterium zu sein: Es kostet rund eine halbe Millionen Euro – doch es sieht noch so unfertig aus.

Florian Schütz, Maschinenbaustudent
„Es hat halt weniger Assistenzsysteme momentan noch. Wir haben uns erstmal beschränkt, dass es jetzt erstmal fährt. Das ist schon mal ein großer Erfolg.“

Denn dieses Auto hat anderen eines voraus: Es ist besonders umweltfreundlich. Das Forschungsauto der Fachhochschule Dortmund soll so wenig CO2 verbrauchen, wie nur möglich. Beim Fahren und der Produktion.

Sascha-Dennis Witte, Masterstudent Fahrzeugbau
„Das, was wir jetzt hier sehen, ist ein Fahrzeug, was jetzt zum Beispiel komplett ohne Kohlefaser gebaut wird. Kohlefaser hat ja den großen Vorteil, dass es sehr leicht ist, hat aber den Nachteil, dass es von der CO2-Bilanz sehr, sehr schlecht ist, weil wir sehr viel Energie brauchen bei der Herstellung und es beim Recycling auch Probleme gibt.“

Die Forschung der Masterstudenten lohnt sich: Teile des Autos, werden schon bald in Serie gehen.
Innovationen zeigt an diesen Tagen die größte Autozulieferer-Messe der Welt in Frankfurt. Hier auf der Automechanika treffen sich Firmen, bei denen sich alles darum dreht, Autos zu bauen, zu warten und zu reparieren.
Für die Automobilindustrie sind es herausfordernde Zeiten. Der Absatz von Elektroautos bricht ein, neue Konkurrenten mischen den Markt auf. Die Folge: Der größte deutsche Autohersteller Volkswagen möchte seine Belegschaft erheblich verkleinern.

Olaf Mußhoff, Direktor Automechanika
„Der First-Tier-Zuliefererbereich direkt ans Band leidet natürlich unter der Krise der Automobilindustrie, der Automobilhersteller, die ja wiederum darunter leiden, dass es fehlende Planungssicherheit gibt, die Absatzmärkte nicht mehr so vorhersehbar sind wie in der Vergangenheit. Der After-Sales-Bereich hat den großen Vorteil, dass die Unsicherheit der Kundschaft dazu führt, dass das Durchschnittsalter der Fahrzeuge höher wird und dadurch natürlich mehr Wartungen, mehr Reparaturen anfallen. Also hier ist ein stetiger Anstieg des Geschäfts zu erwarten.“

Innovationen auch in der Autowerkstatt der Zukunft. Zum Beispiel bei der Schadeninspektion: Zwölf Kameras scannen das Auto und erkennen Schäden an der Karosserie, die Künstliche Intelligenz schlägt Reparaturen vor.
Auch in den Werkstätten zeigt sich der Wandel der Autoindustrie. Mit neuen Technologien in den Autos, müssen auch neue Technologien in die Werkstätten.

Stefan Reindl,Professor für Automobilwirtschaft
„Da brauchen wir auch neue Methoden. Neue Methoden der Diagnose, der Reparatur, der Wartung. Das ist nicht mehr so wie in der Vergangenheit, dass es eben nur einen Ölwechsel und Zündkerzen gibt.“

Wie die Automobilindustrie der Zukunft aussehen kann, diskutieren die Besucher noch bis Samstag auf der Automechanika.