Ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete sagt im Terrorprozess aus
Die Vorwürfe gegen die ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete und Richterin Birgit Malsack-Winkemann wiegen schwer: Als Teil der mutmaßlichen Verschwörergruppe um den Hauptangeklagten Heinrich XIII. Prinz Reuß soll sie nicht nur von den Umsturz- und Terrorplänen der Gruppe gewusst, sondern auch darauf gedrängt haben, diese möglichst schnell in die Tat umzusetzen. Laut Anklage sollte sie in einer wie auch immer gearteten neuen Regierung nach dem geplanten Umsturz der bestehenden Ordnung als eine Art Justizministerin fungieren – und als solche Tribunale gegen Politiker, Journalisten und weitere Repräsentanten von Staat und Gesellschaft leiten.
Von all dem heute aber kein Wort. Stattdessen stellt Malsack-Winkemann ihre Sicht der Dinge da – erzählt, wie sie Prinz Reuß im Dezember 2021 über eine gemeinsame Bekannte, die ebenfalls mitangeklagte Astrologin Hilde L., bei zwei Treffen im Rhein-Main-Gebiet kennenlernte. Zunächst bei einem gemeinsamen Essen bei einem Frankfurter Edel-Italiener, eine Woche später noch einmal bei einem gemütlichen Zusammensein in der Privatwohnung von Hilde L. in Heppenheim.
Michael Heide, Reporter in Frankfurt
„Die Angeklagte bezeichnet diese ersten beiden Treffen mit Prinz Reuß und weiteren Mitgliedern der Gruppe Ende 2021 in Frankfurt und Heppenheim heute eher als eine Art gemütliche Kaffeekränzchen mit Gleichgesinnten. Es sei eben Vorweihnachtszeit gewesen. Man habe Plätzchen gegessen und Rotwein getrunken, sie sogar ein Glas zu viel, und dann habe man sich eben über Gott und die Welt unterhalten. Der Prinz sei ein netter Mann gewesen, sie haben ihn sehr sympathisch gefunden. Aber dass man da in irgendeiner Weise über Umsturzpläne oder Ähnliches gesprochen hätte, das weist sie weiterhin ganz vehement von sich. Sie sei nach wie vor sehr entsetzt darüber, dass die Bundesanwaltschaft hier einen Terrorvorwurf gegen sie konstruiere.“
An den Vorwürfen gegen die Gruppe sei rein gar nichts dran – etwa die Hälfte ihrer Mitangeklagten habe sie bis zum Prozessauftakt noch nicht einmal persönlich gekannt. Die meisten anderen wie etwa den ehemaligen Bundeswehroffizier Maximilian E. habe sie bis dahin nur ein- oder zweimal gesehen. Außerdem bestreitet Malsack-Winkemann vehement, einigen Mitgliedern der Reuß-Gruppe mit ihrem persönlichen Dienstausweis Zugang zum Bundestag verschafft zu haben, um dort mögliche Sicherheitslücken auszuspähen. Es habe sich dabei um ganz normale Besichtigungstouren gehandelt.









