Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Bilanz des Freiwilligen Aufbaus im Ahrtal

Aug. 15, 2024

Die Ahrtal-Flut vor über drei Jahren hat schwere Schäden verursacht. Noch immer arbeiten die Menschen an der Ahr am Wiederaufbau ihrer Häuser. Doch es mangelt an Handwerkern. Helfen sollen deshalb jetzt junge Menschen, die zum einen in Handwerksberufe reinschnuppern – und zum anderen nebenbei das Ahrtal wieder aufbauen.
Die Flut im Ahrtal vor drei Jahren ist verheerend. Betroffen ist auch das Elternhaus von Constantin Sper. Freiwillige helfen das Haus wieder aufzubauen – Constantin packt mit an und findet dabei seine Leidenschaft fürs Handwerk.

Constantin Sper, Teilnehmer „Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“
„Ich habe dann lange mit mir gehadert und ich denke mal, die Flut und das Programm von der Handwerkskammer waren dann so die letzten Ansprünge, um zu sagen: Ja, ich mache das jetzt.“

Constantin Sper macht mit beim Projekt „Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“ – ein Projekt zur Berufsorientierung. Als Praktikant kann er in verschiedene Handwerksberufe reinschnuppern, bekommt 470 EUR monatlich, eine Unterkunft und hilft – ganz nebenbei – beim Wiederaufbau des Ahrtals mit.

Constantin Sper, Teilnehmer „Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“
„Wiederaufbau ist natürlich für mich auch noch ein positiver Nebenaspekt. Ich wohne hier im Ahrtal, bin direkt betroffen und, ja, das ist halt wie gesagt ein super Nebenaspekt, dass man dann halt auch noch gleichzeitig den Leuten hilft. Mir wird geholfen, ich helfe, also es ist eine Win-Win-Situation für alle.“

Er lernt den Handwerksberuf lieben und macht jetzt eine Ausbildung in der Schreinerei. Das Projekt „Freiwillige Aufbauzeit im Ahrtal“ haben die Handwerkskammer Koblenz und das rheinland-pfälzische Arbeitsministerium vor zwei Jahren ins Leben gerufen. 46 junge Menschen haben bisher teilgenommen.

Dörte Schall (SPD), Arbeitsministerin Rheinland-Pfalz
„Es wurde eine Dynamik geschaffen, die die Betriebe ermöglicht hat, Jugendliche reinzubekommen. Die Jugendlichen konnten sich Betriebe angucken und konnten sich entscheiden, handwerkliche Berufe zu machen. Das heißt, Handwerk wird hier gehalten, Fachkräfte werden hier gehalten in der Region und es wird eine neue Zukunft ausgebaut.“

In ganz Rheinland-Pfalz stehen über 1.500 Lehrstellen im Handwerk offen. Alleine im Kreis Ahrweiler sind es 95. Bei dem Projekt geht’s nicht nur darum junge Menschen zu überzeugen, im Handwerk zu arbeiten.

Ralf Hellrich, Handwerkskammer Koblenz
„Ich glaube, das Wichtigste ist nicht, dass wir mit dem Projekt unbedingt Menschen fürs Handwerk generieren – klar, das ist ein wichtiges Ziel, aber es ist ein noch wichtigeres Ziel jungen Menschen die Perspektive zu geben, die sie in eine glückliche berufliche Zukunft führen kann. Und das ist uns, glaube ich, mit diesem Projekt gut gelungen.“

So wie bei Constantin Sper. Er freut sich über seine Ausbildung zum Schreiner. Und das Ahrtal über einen Handwerker mehr, den es dringend braucht.