Sensationsfund – Bislang unbekannte Skulptur im Liebieghaus
Sie heißt Maria Inmaculada Concepción. Ihre Existenz ist eine Sensation. Niemand wusste, dass es die Skulptur überhaupt gibt. Bis auf ein Frankfurter Ehepaar. Die Kunstsammler wollten von den Experten der Liebieghaus Skulpturensammlung eine Expertise über ein anderes Kunstwerk. Bei der Vorortbesichtigung entdecken die Restauratoren die bisher unbekannte, wertvolle Skulptur.
Harald Theiss, Leiter Restaurationswerkstatt Liebieghaus
„Ich habe die erkannt als Pedro de Mena. Die haben nicht gewusst, dass das wirklich ein Star-Stück vom spanischen Barock ist. Also wirklich eine kleine Sensation für uns, so einen Fund zu machen. Und die Familie so großzügig war und hat uns das für eine wirklich sehr großzügige Teilschenkung überlassen.“
Die Skulptur wird in die Röhre geschoben. Der Computertomograf macht das Innere des rund 350 Jahre alten Kunstwerkes sichtbar. Es ist ein echter de Mena. Für Miguel González de Quevedo Ibánez kaum fassbar. Der Restaurator ist Spanier und weiß, wie bedeutend der Bildhauer in seiner Heimat ist.
Miguel Gonzáles de Quevedo Ibánez, Restaurator Liebieghaus
„Pedro de Mena war der wichtigste Bildhauer des spanischen Barocks, des sogenannten Goldenen Zeitalters Spaniens, also der Zeit von Velázquez und Murillo. Seine Skulpturen hat er für das Königshaus und den Adel angefertigt.“
Die Skulptur ist ungefähr um 1670 entstanden. Das haben die Restauratoren durch Recherchen in Spanien herausgefunden. Doch wie genau sie aussah, ihre Farbigkeit, ob alle Teile Originale sind, das herauszufinden, ist richtige Detektivarbeit.
Harald Theiss, Leiter Restaurierungswerkstatt Liebieghaus
„Es ist, wie wenn ein Arzt einen Patienten hat. Der schneidet ja auch nicht sofort los. Man untersucht ja einen Patienten vorher und genau das machen wir mit unserem Patienten auch, dass wir erst Röntgenbilder machen können, dass wir Materialproben nehmen, die ins Labor gehen, um zu schauen, was sind das für Materialien, was ist die Übermalung, woraus ist das Original. Dass wir nachher Restauriermethoden finden können, die ideal sind für das Material, damit keine Zerstörungen entstehen.“
Das ist ein 3D-Druck der spanischen Barockskulptur. Alle möglichen Farben werden später an ihm ausprobiert. Denn am Original, darf nichts schieflaufen. Es dauert ungefähr zwei Jahre, bis die Restaurierung der barocken Kostbarkeit, abgeschlossen ist. 2026 soll Maria Inmaculada Concepción dann in der Frankfurter Liebieghaus Skulpturensammlung erstmals überhaupt in neuer alter Schönheit öffentlich zu sehen sein.









