Landtagspräsidentin besucht Ukraine-Zentrum
Deutschstunde am Ukrainian Coordination Center, kurz UCC. Nur eines von vielen Angeboten, das hier dankbar angenommen wird. Fehlende Deutschkenntnisse – auch Yana Voronovych ist deshalb gekommen. Die 42-jährige Mutter lebt hier mit ihren beiden Kindern und braucht Hilfe in Sachen Bürokratie.
Yana Voronovych, Geflüchtete aus Kiew
„Ich bin nun fast zwei Jahre in Deutschland. Meine Frage heute ist, wie ich meine Tochter an einer Schule anmelde. Sie hat einen Integrationskurs gemacht und jetzt suchen wir eine ganz normale Schule.“
Dabei unterstützt eine Mitarbeiterin des UCC, die den Kontakt zur Schule herstellt und Tipps gibt. Ein Team aus 30 bis 40 aktiven Ehrenamtlern bietet hier rechtliche und psychologische Hilfen. Aber auch verschiedene Kreativkurse und Freizeitangebote, gerade für Kinder und Jugendliche. Bis zu 100 Ukrainer nutzen all das täglich, pro Monat sind es 2000. Die Nachfrage ist groß, denn:
Viktoriia von Rosen, Leiterin Ukrainian Coordination Center
„Alles dauert. Was bedeutet Bürokratie? Geduld haben. Was bedeutet Geduld bei einer Notsituation? Ja, das ist schon ein bisschen streng. Deswegen bestimmte Wege zu finden, unterstützen, mithelfen – unsere Aufgabe.“
Weitere Hilfe kommt von der Stadt Frankfurt, die die Räume zur Verfügung stellt. Und vom Land Hessen – in Form eines Schecks, den Landtagspräsidentin Astrid Wallmann beim Besuch im Rahmen ihrer Sommerreise überreicht. Sie würdigt das Engagement des UCC, stellvertretend für die Abgeordneten des Hessischen Landtags.
Astrid Wallmann (CDU), Landtagspräsidentin Hessen
„Uns ist es unglaublich wichtig, immer wieder auch Zeichen zu setzen, auch unsere Solidarität immer wieder, auch unsere Freundschaft zum Ausdruck zu bringen. Denn der Krieg ist nah an uns herangerückt und uns muss klar sein, dass in der Ukraine die Menschen jeden Tag für unsere Werte auch kämpfen. Und deswegen haben sie jede Unterstützung verdient.“
Dafür bedankt sich der mitgereiste ukrainische Botschafter, Oleksii Makeiev. Im Kampf gegen Russland sei Deutschland zum zweitwichtigsten Partner nach den USA geworden. Er appelliert an die deutsche Führungsrolle – und an eine bessere Integration der häufig hochqualifizierten Ukrainer in den hiesigen Arbeitsmarkt.
Oleksii Makeiev, Botschafter der Ukraine in Deutschland
„Dass zum Beispiel Abschlüsse schneller anerkannt werden. Das ist ein riesen Problem. Und ein wichtiger Schritt – Anerkennung von Diploma – auf dem Weg der Ukraine zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union.“
Davon würde wohl auch Yana Voronovych profitieren. In der Ukraine war sie Juristin, hier reicht es aktuell nur für einen Minijob. Auch wenn sie sich in Deutschland sehr willkommen fühle, so habe sich ihr Lebensstandard doch spürbar verändert.









