Schweinepest – 1000 Tiere müssen getötet werden
Heute Morgen in Stockstadt am Rhein: Aus diesem Mastbetrieb transportieren LKW reihenweise getötete Schweine ab. Rund dreiviertel der über 1.000 heute, der Rest soll morgen folgen. Trotz strenger Schutzvorkehrungen musste der Betrieb vor zwei Tagen mehrere Fälle der afrikanischen Schweinepest melden. Landrat Thomas Will macht sich ein Bild vor Ort und ist sichtlich mitgenommen.
Thomas Will (SPD), Landrat Kreis Groß-Gerau
„Also es ist ein Bild, das man so eigentlich nicht sehen möchte. Das einem schon die Gänsehaut auf die Arme treibt. Da geht es um tausend Lebewesen, das lässt keinen einfach nur so, das bleibt in den Kleidern stecken.“
Rund um den Mastbetrieb wird eine Schutzzone von 15 Kilometern eingerichtet. Strenge Auflagen für die Schweinehaltung, Waldwege dürfen dort nicht verlassen werden, Hunde müssen an der Leine geführt werden. Auch in weiteren südhessischen Landkreisen entstehen Sperrzonen ebenso wie in Rheinland-Pfalz. Für Menschen ist die Schweinepest nicht gefährlich, für Schweine aber fast immer tödlich. Im hessischen Landwirtschaftsministerium koordiniert ein Krisenstab die eingehenden Meldungen, bald soll die nächste Phase anlaufen.
Ingmar Jung (CDU), Landwirtschaftsminister Hessen
„Dass wir dann auch Pufferzonen bilden und dann versuchen, eine Eingrenzung vorzunehmen. Aber wir sind, wie uns die Experten aus der EU gesagt haben, am Beginn eines Marathons. Und können nicht davon ausgehen, dass es in ein paar Wochen erledigt ist.“
Experten gehen davon aus, dass die Schweinepest den Kreis Groß-Gerau nun bis zu zwei Jahre beschäftigen wird. Der Mastbetrieb in Stockstadt erhält für seine verlorenen Schweine eine Entschädigung. Wie hoch die ausfällt, ist aber noch nicht bekannt. Für den Betrieb könnte die jetzige Situation existenzbedrohend sein. Kommende Woche will Landrat Thomas Will klären, ob weitere Hilfen möglich sind.









