Gegen Stromtrasse – Winzer fürchten um ihre Weinberge
Es ist ein Milliardenprojekt, mit dem die Energiewende in Deutschland vorangetrieben werden soll. Der Rhein-Main-Link, eine Hunderte Kilometer lange, unterirdische Stromtrasse, die aus Windenergie erzeugtem Strom von Norddeutschland bis nach Südhessen transportieren soll. Doch der Verlauf dieser Trasse führt in Hochheim am Main zu Protesten. Denn die Stromkabel sollen unter der Erde entlang der Hochheimer Weinberge verlegt werden und bedrohen aus Sicht der dortigen Winzer den Weinbau einer gesamten Region.
Die Hochheimer Weinberge. Seit über 2.000 Jahren sind sie bekannt für Spitzenweine aus dem Rheingau. Doch damit könnte in ein paar Jahren Schluss sein, sagt Winzer Gunter Künstler. Dann nämlich, wenn die rund 40 Meter breite Stromtrasse Rhein-Main-Link wie geplant entlang der Weinberge gebaut würde. Denn laut Gesetz dürfen tief wurzelnde Pflanzen wie Weinreben dann nicht mehr hier wachsen.
Gunter Künstler, Winzer in Hochheim: „Es würden hier vielleicht 15 Meter übrig bleiben. Und oben würden nochmal 15 Meter übrig bleiben. Das heißt der ganze Weinberg, wäre da eigentlich unsinnig, den noch zu bewirtschaften, weil das nur noch Fragmente eines Weinbergs sind. Das ist existenzbedrohend, ganz einfach. Weil es ist ja nicht nur dieser Weinberg hier betroffen, sondern die ganze Trasse im worst case, hat ja 65 Hektar.“
(Grafik) Die Stromtrasse Rhein-Main-Link ist ein Netzausbauprojekt der Bundesregierung. Kostenpunkt: rund 13 Milliarden Euro. Die Trasse soll Windenergie aus dem Norden Deutschlands nach Südhessen transportieren. Bis 2033 soll sie fertiggebaut sein und dann rund acht Millionen Menschen im Rhein-Main-Gebiet mit Strom beliefern. Doch weil in Hochheim beide vorgeschlagenen Trassenverläufe durch die Weinberge gehen, schlagen die Winzer Alarm. (/Grafik) Mehr als ein Viertel der Weinanbaufläche müsste dann den Stromkabeln weichen.
Martin Mitter, Vorstand Rheingauer Weinbauverband Hochheim: „Wir möchten einfach, dass die Bundesregierung einsieht, dass eine Trasse durch unsere Gemarkung hier in diesem schmalen Korridor purer Wahnsinn ist. Diese weltbekannte Ansicht der Peter- und Paul-Kirche am Fuße der Weinberge, das wäre alles zerstört. Und das können wir so nicht hinnehmen, von den existenziellen und wirtschaftlichen Schäden ganz zu schweigen.“
Die von der Bundesregierung beauftragte Firma Amprion beschwichtigt. Der Entwurf des Trassenverlaufs stehe noch ganz am Anfang und sei weder rechtlich bindend noch endgültig.
Jonas Knoop, Pressesprecher Amprion: „So eine Lösung könnte halt eben aussehen, dass wir halt eben das technisch hinkriegen, die Weinberge, das Weinanbaugebiet zu unterqueren, in einer Tiefe, die halt Weinanbau auch oberhalb möglich macht. Und da schauen wir aktuell, ob das funktioniert.“
Ginge es nach den Winzern, (Grafik) soll die Trasse gar nicht durch den dicht besiedelten Main-Taunus-Kreis führen und stattdessen entlang der A3 und A67 nahe des Industrieparks Höchst gebaut werden. (/Karte) Ein Vorschlag, für den sich auch der Landtagsabgeordnete Axel Wintermeyer aus dem Main-Taunus-Kreis einsetzt. Aus seiner Sicht gehe es der Bundesregierung allerdings vor allem darum, das Energiewendeprojekt so schnell wie möglich durchzuführen.
Axel Wintermeyer (CDU), Abgeordneter Landtag Hessen: „Der Zeitdruck ist durch den grünen Bundeswirtschaftsminister Habeck verursacht. Und er versucht hier die Landschaft, ohne dass er Rücksicht drauf nimmt, mit dieser Stromtrasse zu schädigen. Das können wir nicht stehen lassen. Und wir fordern die Bundesnetzagentur auf, Alternativplanungen zu prüfen, die machbar sind.“
Die für die Planung des Projekts zuständige Bundesnetzagentur erteilt einer Trasse entlang der beiden Autobahnen allerdings eine Absage. Schriftlich teilt sie auf Anfrage von 17:30 Sat.1 live mit, dass dieser Bauabschnitt geprüft wurde, jedoch nicht mehr in Frage komme. Die Bedenken der Winzer habe man im Blick:
„Unter anderem diese Aspekte werden in der Antragskonferenz, die die Bundesnetzagentur voraussichtlich im Spätsommer in der Region veranstalten wird, zusammen mit dem Vorhabenträger besprochen.“ (Quelle: Bundesnetzagentur)
Noch gibt es also Hoffnung für Gunter Künstler und die anderen Hochheimer Winzer. Sie wollen weiter alles dafür tun, damit die Stromtrasse einen Bogen um ihre Weinberge macht.
Die Hochheimer Weinberge. Seit über 2.000 Jahren sind sie bekannt für Spitzenweine aus dem Rheingau. Doch damit könnte in ein paar Jahren Schluss sein, sagt Winzer Gunter Künstler. Dann nämlich, wenn die rund 40 Meter breite Stromtrasse Rhein-Main-Link wie geplant entlang der Weinberge gebaut würde. Denn laut Gesetz dürfen tief wurzelnde Pflanzen wie Weinreben dann nicht mehr hier wachsen.
Gunter Künstler, Winzer in Hochheim: „Es würden hier vielleicht 15 Meter übrig bleiben. Und oben würden nochmal 15 Meter übrig bleiben. Das heißt der ganze Weinberg, wäre da eigentlich unsinnig, den noch zu bewirtschaften, weil das nur noch Fragmente eines Weinbergs sind. Das ist existenzbedrohend, ganz einfach. Weil es ist ja nicht nur dieser Weinberg hier betroffen, sondern die ganze Trasse im worst case, hat ja 65 Hektar.“
(Grafik) Die Stromtrasse Rhein-Main-Link ist ein Netzausbauprojekt der Bundesregierung. Kostenpunkt: rund 13 Milliarden Euro. Die Trasse soll Windenergie aus dem Norden Deutschlands nach Südhessen transportieren. Bis 2033 soll sie fertiggebaut sein und dann rund acht Millionen Menschen im Rhein-Main-Gebiet mit Strom beliefern. Doch weil in Hochheim beide vorgeschlagenen Trassenverläufe durch die Weinberge gehen, schlagen die Winzer Alarm. (/Grafik) Mehr als ein Viertel der Weinanbaufläche müsste dann den Stromkabeln weichen.
Martin Mitter, Vorstand Rheingauer Weinbauverband Hochheim: „Wir möchten einfach, dass die Bundesregierung einsieht, dass eine Trasse durch unsere Gemarkung hier in diesem schmalen Korridor purer Wahnsinn ist. Diese weltbekannte Ansicht der Peter- und Paul-Kirche am Fuße der Weinberge, das wäre alles zerstört. Und das können wir so nicht hinnehmen, von den existenziellen und wirtschaftlichen Schäden ganz zu schweigen.“
Die von der Bundesregierung beauftragte Firma Amprion beschwichtigt. Der Entwurf des Trassenverlaufs stehe noch ganz am Anfang und sei weder rechtlich bindend noch endgültig.
Jonas Knoop, Pressesprecher Amprion: „So eine Lösung könnte halt eben aussehen, dass wir halt eben das technisch hinkriegen, die Weinberge, das Weinanbaugebiet zu unterqueren, in einer Tiefe, die halt Weinanbau auch oberhalb möglich macht. Und da schauen wir aktuell, ob das funktioniert.“
Ginge es nach den Winzern, (Grafik) soll die Trasse gar nicht durch den dicht besiedelten Main-Taunus-Kreis führen und stattdessen entlang der A3 und A67 nahe des Industrieparks Höchst gebaut werden. (/Karte) Ein Vorschlag, für den sich auch der Landtagsabgeordnete Axel Wintermeyer aus dem Main-Taunus-Kreis einsetzt. Aus seiner Sicht gehe es der Bundesregierung allerdings vor allem darum, das Energiewendeprojekt so schnell wie möglich durchzuführen.
Axel Wintermeyer (CDU), Abgeordneter Landtag Hessen: „Der Zeitdruck ist durch den grünen Bundeswirtschaftsminister Habeck verursacht. Und er versucht hier die Landschaft, ohne dass er Rücksicht drauf nimmt, mit dieser Stromtrasse zu schädigen. Das können wir nicht stehen lassen. Und wir fordern die Bundesnetzagentur auf, Alternativplanungen zu prüfen, die machbar sind.“
Die für die Planung des Projekts zuständige Bundesnetzagentur erteilt einer Trasse entlang der beiden Autobahnen allerdings eine Absage. Schriftlich teilt sie auf Anfrage von 17:30 Sat.1 live mit, dass dieser Bauabschnitt geprüft wurde, jedoch nicht mehr in Frage komme. Die Bedenken der Winzer habe man im Blick:
„Unter anderem diese Aspekte werden in der Antragskonferenz, die die Bundesnetzagentur voraussichtlich im Spätsommer in der Region veranstalten wird, zusammen mit dem Vorhabenträger besprochen.“ (Quelle: Bundesnetzagentur)
Noch gibt es also Hoffnung für Gunter Künstler und die anderen Hochheimer Winzer. Sie wollen weiter alles dafür tun, damit die Stromtrasse einen Bogen um ihre Weinberge macht.









