Berühmter Schriftzug am Frankfurter Gericht wird restauriert
Sie darf nicht ins Wanken geraten. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Der Schriftzug, angebracht auf Initiative des hessischen Generalstaatswanwalts Fritz Bauer, der für das Zustandekommen des größten deutschen Auschwitzprozesses in Frankfurt verantwortlich war und so 22 ehemalige SS-Angehörige vor Gericht brachte.
Christian Heinz (CDU), Justizminister Hessen
„’Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ Das haben die Mütter und Väter des Grundgesetzes nicht ohne Grund in unsere Verfassung ganz zu Anfang gestellt. Denn sie waren geprägt genau von der Umkehr des Ganzen. In der Zeit des Nationalsozialismus galt der Grundsatz, dass der Einzelne nichts wert ist und alles nur für den Staat zu leisten hat. Und das haben wir im Grundgesetz wieder vom Kopf auf die Füße gestellt. Bei uns zählt der Einzelne und dessen individuelle Würde und deshalb ist dieser Schriftzug auch so wichtig.“
Seit den 60er Jahren hängt Artikel 1 des Grundgesetzes an der Fassade des Justizgebäudes in der Konrad-Adenauer-Straße. Doch nun wird das Gebäude C abgerissen. Dennoch sieht auch der heutige hessische Generalstaatsanwalt Torsten Kunze die Staatsanwaltschaft Frankfurt als den genau richtigen Ort für diesen freiheitlichen Grundsatz.
Torsten Kunze, Hessischer Generalstaatsanwalt
„Auch von Seiten der Justiz sind viele gemacht worden, die nicht in Ordnung waren. Und die Staatsanwaltschaft ist nun mal ein Ort, an dem besonders auch in Grundrechte der Menschen eingegriffen wird. Umso wichtiger dieses Markenzeichen und Symbol an diesem Gebäude aufzuhängen.“
In den nächsten Wochen wird der Schriftzug saniert und findet anschließend für etwa sechs Monate in der Paulskirche in Frankfurt seinen Platz. An welcher Stelle der Schriftzug danach für alle zu lesen sein wird, ist noch offen.









