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Hessischer Friedenspreis verliehen

Juli 1, 2024

Unsere Welt ist voller Konflikte, Hass zwischen Menschen und auch der Krieg ist nicht in die Geschichtsbücher verbannt, sondern an vielen Orten bittere Realität. Das Land Hessen verleiht seit 1994 den Hessischen Friedenspreis an Menschen, die sich besonders für Frieden und Völkerverständigung einsetzen. Heute war es im Hessischen Landtag wieder soweit – zum ersten Mal ging der Friedenspreis an eine Preisträgerin, die nicht mehr lebt.
50 Jahre hat sich Vivian Silver für Frieden eingesetzt zwischen Israelis und den Palästinensern – am Ende fällt sie denen zum Opfer, die keinen Frieden zwischen den beiden Völkern wollen.
Am 7. Oktober dringen die Hamas-Terroristen auch in die Siedlung von Vivian Silver ein und ermorden die 74-Jährige. Die Präsidentin des Hessischen Landtages würdigt heute das Engagement von Silver.

Astrid Wallmann (CDU), Präsidentin des Hessischen Landtags
„Wir hätten Vivian Silver, dieser außergewöhnlichen Frau und große Brückenbauerin, gerne persönlich kennengelernt. Ihr Tod hinterlässt eine schmerzhafte und nicht zu schließende Lücke bei ihrer Familie, Freunden und Mitstreitern für eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts.“

An ihrer Stelle nimmt ihr Sohn Yonatan Zeigen den Preis entgegen. Noch am 7. Oktober hatte er über das Handy Kontakt zu seiner Mutter, die sich in ihrer Wohnung verbarrikadiert hatte. Erst ein Monat nach dem Angriff hatte Yonatan Zeigen die Gewissheit, dass seine Mutter nicht entführt wurde, sondern tot ist.

Yonatan Zeigen, Friedensaktivist
„Sie war auf der einen Seite eine Naturgewalt und auf der anderen Seite sehr bescheiden und einfach. Sie war eine wundervolle Mutter und Großmutter, obwohl sie Dinge gemacht hat, die größer als das Leben sind, die ganze Zeit. Ich habe sie bewundert, ich habe sie geliebt.“

Vivian Silver hat sich jahrzehntelang in vielen Organisationen für Frieden eingesetzt. 2014 gründet sie die bis heute größte Friedensorganisation des Landes, die auch einen palästinensischen Staat als Ziel hat. Auszeichnungen für ihr Engagement hat sie viele erhalten.

Yonatan Zeigen, Friedensaktivist
„Sie war dann sehr verlegen. Aber sie wusste, dass solche Preise eine symbolische Bedeutung haben für ihre Arbeit, die oft nicht wertgeschätzt und marginalisiert wird.Ich denke, sie hätte sich geehrt gefühlt.“

Yonatan Zeigen will die Arbeit seiner Mutter nun fortsetzen, egal wie unüberwindbar der Hass scheint. Zeigen glaubt: Zwischen Israelis und Palästinensern braucht es Brückenbauer, um das ewige Blutvergießen irgendwann zu überwinden.