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Sabine Bätzing-Lichtenthäler soll SPD-Landesvorsitzende werden

Juni 20, 2024

Es war ein Paukenschlag als die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer gestern Nachmittag angekündigt hat, sich von ihrem Amt als Regierungschefin zurückzuziehen. Ihr Nachfolger soll, so hat sie im selben Atemzug verkündet, Arbeits- und Sozialminister Alexander Schweitzer werden. Und noch eine bedeutungsvolle Position wird neu besetzt. Was gestern schon angedeutet wurde, hat die Partei heute offiziell verkündet: Sabine Bätzing-Lichtenthäler soll Roger Lewentz als Landesvorsitzende beerben.
Sie wird die erste Frau an der Spitze der rheinland-pfälzischen Sozialdemokraten. Sabine Bätzing-Lichtenthäler stammt aus dem Westerwald, ist 49 Jahre alt, zweifache Mutter und aktuell Fraktionsvorsitzende im rheinland-pfälzischen Landtag. Künftig kommt noch eine große Aufgabe hinzu: Die Führung der Landes-SPD.
Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), designierte Landesvorsitzende RLP: „Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr kommunikativ bin, das heißt, mir liegt wirklich sehr viel da dran, auch Menschen einzubinden, zu beteiligen. Ich bin eine Teamplayerin, das ist einfach mein Stil meiner Arbeit, und von daher wird das sicherlich auch ganz stark meine Arbeit prägen.“ (15s)
Damit wählt sie einen ähnlichen Ansatz wie auch der noch amtierende Landesparteichef Roger Lewentz. Der hatte im vergangenen Jahr angekündigt ein letztes Mal diesen Posten zu übernehmen, mit der Mission, die Übergabe an eine neue Parteispitze zu organisieren. Diese Mission habe er nun erfolgreich erfüllt.
Roger Lewentz (SPD), Landesvorsitzender RLP: „Ich bin sehr davon überzeugt, dass es uns glänzend gelungen ist, die Nachfolge in beiden Funktionen zu regeln. Wir werden mit Alexander Schweitzer einen hervorragenden Ministerpräsidenten bekommen und ich bekomme mit Sabine Bätzing-Lichtenthäler eine ganz tolle Nachfolgerin – die erste Frau, die die rheinland-pfälzische Sozialdemokratie leiten wird, eine sehr erfahrene Frau, ein sehr erfahrener neuer Ministerpräsident. Beide können auf Menschen zugehen, es sind Menschenfänger im besten Sinne des Wortes.“ 
Elf Jahre lang hat er gemeinsam mit Malu Dreyer die Geschicke der rheinland-pfälzischen SPD gelenkt – eine Doppelspitze, die zwei Landtagswahlen für sich entscheiden konnte, aber auch schwierige Situationen bewältigen musste. Diese Aufgaben übernimmt künftig das neue Duo.
Alexander Schweitzer (SPD), designierter Ministerpräsident RLP: „Wir sind eine Generation, wir teilen ähnliche Werte…“
Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), designierte Landesvorsitzende RLP: „…wir haben viel gemeinsam politischen Weg miteinander bestritten, die haben sich mal, diese Wege, gekreuzt, die gingen mal parallel, sie haben sich ergänzt…“
Alexander Schweitzer (SPD), designierter Ministerpräsident RLP: „Und wir verstehen uns gut. Und ich glaube, das sind schon mal ein paar ganz gute Voraussetzungen.“ 
Dass er vom Landesverband nicht auch als Parteichef vorgeschlagen worden ist, damit könne er wunderbar leben, so der designierte Ministerpräsident.
Alexander Schweitzer (SPD), designierter Ministerpräsident RLP: „Ich muss Ihnen offen sagen, wenn Sie die Aufgabe zugetragen bekommen Ministerpräsident zu werden, dann haben Sie nicht als erste Sorge, was könnte ich denn sonst noch so tun, um den Tag zu füllen. Insofern bin ich da nicht nur entspannt, sondern ich bin da voll überzeugt, dass es eine der Voraussetzungen ist, dass wir unser zentrales Ziel erreichen, nämlich gut zu regieren.“ 
…und die SPD in der Wählergunst spätestens bis zur Landtagswahl 2026 wieder nach oben zu bringen. Auch wenn die politische Ausgangssituation für die Sozialdemokraten einfacher sein könnte.
Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), designierte Landesvorsitzende RLP: „Ich erinnere an einige Wahlen in der Vergangenheit, wo wir auch aus schweren Ausgangssituationen heraus gestartet sind. Ich bin der festen Überzeugung, wir werden auch das schaffen, wir werden auch hier wieder als stärkste Partei vom Platz gehen.“ 
Aller Voraussicht nach mit dem Spitzenkandidaten Alexander Schweitzer. Der muss allerdings noch offiziell als solcher gewählt werden. Genau wie Sabine Bätzing-Lichtenthäler als Parteivorsitzende. Bei einem außerordentlichen Parteitag im November werden die Mitglieder entscheiden, ob dieser Wunsch des Landesvorstands in Erfüllung geht. Die Wahl gilt als sehr wahrscheinlich.