Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Kommentar von 17:30-Chefredakteur Richard Kremershof

Juni 19, 2024

Kommentar von 17:30-Chefredakteur Richard Kremershof
 
Die Ära von Malu Dreyer ist zu Ende. Sie hat gespürt, dass ihre Kräfte nicht mehr ausreichten,  um das Amt so zu führen, wie sie es von sich erwartet. Respekt für diese Ehrlichkeit und Offenheit.

Dieser Schritt verschafft ihrem Nachfolger Alexander Schweitzer genügend Zeit, sich im Amt zu profilieren.
Schweitzer sollte jedoch eine klare Vorstellung davon haben, was die Menschen von der SPD erwarten. Warum sich aktuell so viele Wähler kopfschüttelnd von dieser Partei abwenden – das wird ihn umtreiben. Denn die nächste Landtagswahl wird kein Selbstläufer mehr sein.
Mit Malu Dreyer geht auch ihr Politikansatz, der dadurch geprägt war, die Gesellschaft zusammen zu halten. Alle müssten immer mit allen im Gespräch bleiben können – das ganze Land ein immer tagender runder Tisch.

Mit dieser Konzeption war sie lange erfolgreich – und doch hat man heute den Eindruck, dass ihre Politik auf so Manches keine Antworten mehr fand. Migration, innere Sicherheit und der drohende wirtschaftliche Niedergang verlangen jetzt überall schnelle und zupackende Kurswechsel. Auch in Rheinland-Pfalz.

Seit der Ahrtalkatastrophe war Malu Dreyer wohl bewusst, dass die schönsten Jahre im Amt hinter ihr lagen.

Und in einem Punkt war sie immer ganz klar: Es gibt auch ein Leben nach der Politik. Das Loslassen ist Ausdruck dessen, dass sie nicht abhängig ist von Politik und Macht. In diesem Sinne ist ihr ein würdiges und selbstbestimmtes Finale gelungen. Chapeau, Malu Dreyer.