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Messe für Rettungskräfte

Mai 17, 2024

Wie sind unsere Rettungskräfte für die Zukunft aufgestellt? Auf Europas größter Leitmessen, der „Rettmobil“ in Fulda, tauschen sich Lebensretter aus aller Welt über modernste Technik und digitale Möglichkeiten raus. Am Rande des Blaulicht-Mekkas diskutieren sie aber auch über aktuelle Probleme.
 
Hubschraubereinsatz für die Luftrettung der Johanniter. Bei Wind und Wetter muss ein Unfallopfer geborgen werden, ohne Landemöglichkeit für den Helikopter. Zum Glück nur eine Übung für die Messebesucher. Im Ernstfall könnte der alarmierte Arzt aber mitsamt dem Geborgenen ins nächste Krankenhaus geflogen werden. Die Übungspuppe hat es geschafft. Neugierige Blicke der Messegäste in die derzeit modernste fliegende Intensivstation: Ausgestattet mit Beatmungsgeräten, Patientenmonitoren, Nachtsichtgeräten und einem Autopiloten.

Frank Zabell, Geschäftsführer Johanniter Luftrettung
„Auch den Start kann er mittlerweile autonom durchführen und das gibt mir ein unheimliches Sicherheitsplus in der Luft. Dadurch sind wir in der Lage, eben auch 24 Stunden am Tag zu fliegen. Und das bei fast jeder Wetterlage.“

30.000 Besucher aus 50 Ländern kommen nach Fulda, um sich die neuesten Entwicklungen anzusehen. Darunter auch eine Arztpraxis auf vier Rädern, ausgestattet mit allem benötigten Equipment. Ein Arzt kann damit selbst zu den Patienten kommen oder moderne Telemedizin nutzen, während ein Arzthelfer mit der mobilen Praxis unterwegs ist.

Mario Volklandt, Hersteller von mobilen Sanitätsstationen
„Eine gute Arzthelferin, die kann durchaus die Patienten versorgen, ohne dass der Arzt direkt vor Ort ist. Und er wird zugeschaltet für den Fall, wenn die Werte nicht stimmen oder Abweichungen da sind und kann dann dort eingreifen.“

Eine mögliche Alternative gerade für ländliche Regionen, in denen immer mehr Arztpraxen schließen. Das wird auch für Rettungssanitäter zunehmend zum Belastungsproblem: Wer keinen Hausarzt erreicht, ruft oft einfach den Rettungsdienst – ohne dass ein wirklicher Notfall vorliegt.

Simon Little, Vizepräsident Johanniter-Unfall-Hilfe
„Wo es aber eben nicht um Minuten geht und um den schweren körperlichen Schaden, den es abzuwenden gilt. Sondern wo es um grundsätzliche medizinische Versorgung vor Ort geht. Und da müssen wir die Strukturen anpassen in unserer Gesellschaft.“

Die Johanniter fordern deshalb eine Reform des Notdienstsystems. Im Ernstfall scheinen die Lebensretter aber technisch und digital bestens gerüstet zu sein.