Die Weine der Zukunft
Hier im Weinberg von Ulrike Boor wächst Sauvitage. Klingt wie Sauvignon, hat aber andere Vorteile als die traditionelle Pflanze. Denn er ist eine pilzwiderstandsfähige Rebsorte – kurz Piwi. Und die sind, wie der Name sagt, besser gewappnet gegen Pilze. Dadurch müssen Winzer deutlich weniger Pflanzenschutzmittel spritzen.
Ulrike Boor, Winzerin aus Traben-Trarbach: „Das Robuste ist aber nicht nur die Pilzwiderstandsfähigkeit, sondern eben auch mit der vielen Sonne. Wir haben ja jetzt so heiße Jahre und so lange Trockenheiten und unsere Reben sind eben für die starke Sonneneinstrahlung nicht gemacht. Wir mögen zwar alle gerne Sonne, aber zu viel ist manchmal zu viel. Und dann haben wir Verbrennungen an den Trauben und haben wirklich Ernteverlust.“
Boor und ihr Mann bauen neun Piwi-Sorten an. Für sie sind die Züchtungen eine Antwort auf den Klimawandel und ein Weg, sich geschmacklich immer neu auszuprobieren. Auch deswegen haben sie sich der Initiative „Vision Mosel“ angeschlossen. Rund 30 Winzer von Luxemburg bis kurz vor Koblenz sind dabei. Entstanden ist „Vision Mosel“ bei einem Event, in einem Gespräch so nebenbei.
Jan Matthias Klein, Winzer aus Kröv: „Wir hatten kurz vorher schon einmal drüber geredet ‚Das wäre ja eigentlich ganz gut mal was mit Piwis, als eine Initiative zu starten, weil das ja immer ein größeres Thema wird‘. Und dann haben wir gesagt ‚Ah ja gut, dann treffen wir uns mal und dann schreibt mal jeder auf, wer weiß, wer noch Piwis anbaut‘.“
Daraus ist innerhalb weniger Wochen eine Gruppe geworden, die sich jetzt dafür einsetzt, Piwis in der Mosel-Region bekannter zu machen. Das überwiegend auf Veranstaltungen. Bei gemeinsamen Treffen beratschlagen sich die Winzer über die Aromen, um so die Geschmäcker weiterzuentwickeln.
Daniel Molitor, Winzer aus Kinheim: „Und aber auch, um uns auszutauschen und zu sagen: Okay, ich habe die Sorte gepflanzt. Die hat die und die Vor- und Nachteile. Bevor du es pflanzt, überleg mal, ob es auf deinem Standort die richtige Sorte ist. Oder pflanz vielleicht was anderes, weil ich mit der Sorte eine super Erfahrung gemacht habe.“
Der Austausch ist für Winzer wie Ulrike Boor auch deshalb so wichtig, da eine neue Rebsorte immer mit Investitionen verbunden ist. Und Piwis nicht robust sind gegen Frost oder Hagelschäden.
Ulrike Boor, Winzerin aus Traben-Trarbach: „Dann soll das auch für 25 bis 30 Jahre, soll so eine Anlage dann auch stehen. Weil die brauchen ja mal drei Jahre bis die Reben Trauben tragen und die ganze Anlage, ja wie gesagt 30 Jahre. Und wenn wir jetzt überlegen, wie ist das Klima heute schon mit dem Klimawandel, mit den Klimaturbulenzen hauptsächlich, und wie wird das dann für die nächsten Jahre sein. Und das ist das, was wir im Blick haben müssen.“
Fest im Blick hat sie jetzt auch ihren Sauvitage. Denn es wird wärmer und damit beginnen die Reben zu wachsen.









