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Mike Josef ein Jahr Frankfurter Oberbürgermeister

Mai 2, 2024

Nachdem die Frankfurter Bürger Peter Feldmann nach vielen Eskapaden und Affären im November 2022 als Oberbürgermeister abgewählt hatten, wurde Mike Josef zu seinem Nachfolger gewählt. Vor einem Jahr übernahm er das Steuer im Rathaus. Heute hat er eine Bilanz seines ersten Jahres im Amt gezogen.
Die Freude ist riesig, als Mike Josef vor einem Jahr das Amt des Oberbürgermeisters von Frankfurt antritt. Diesen Tag bezeichnet er heute als den glücklichsten Tag seines Berufslebens. An einige Situationen hat er sich aber auch nach einem Jahr im Römer noch nicht gewöhnen können.

Mike Josef (SPD), Oberbürgermeister Frankfurt
„Wenn man beispielsweise im Urlaub in Thessaloniki von Frankfurterinnen und Frankfurtern angesprochen wird: ‚Sie sind doch der Oberbürgermeister. Wie geht es Ihnen?‘, das ist etwas was neu, ist aber was wirklich positiv ist, was mir Spaß macht und ich persönlich genieße es. Ich habe eine Riesenfreude. Frankfurt ist ja nicht irgendeine Stadt. Ich finde, unsere Stadt hat so vieles zu bieten. Wir haben so tolle Grundlagen auf die wir aufbauen können.“

In seinem ersten Jahr konnte Mike Josef einige Erfolge feiern. Beispielsweise die angekündigte Ansiedlung der europäischen Antigeldwäschebehörde AMLA und die Austragung zweier NFL-Spiele im Frankfurter Stadion. Doch Mike Josef weiß auch: Es gibt noch viel zu tun. Dabei spricht er vor allem von der Kriminalität im Bahnhofsviertel und den hohen Mieten.

Mike Josef (SPD), Oberbürgermeister Frankfurt
„Ich glaube, wir haben mit dem Haushalt einen Haushalt vorgelegt, der deutlich macht, dass wir das Geld da haben für Investitionen. Wir müssen nur schneller werden, das Geld auch auf die Straße zu bringen. Das heißt, die Investitionen dort ankommen zu lassen, wo sie dringend gebraucht werden. In der Infrastruktur im Klima beispielsweise, Schulen, bei der Verkehrswende, beim Wohnungsbau. Da gibt es ganz, ganz viele Bereiche.“

Die Opposition im Frankfurter Römer zieht nach einem Jahr Mike Josef eine eher mäßige Zwischenbilanz.

Nils Kössler (CDU), Fraktionsvorsitzender Frankfurt
„Wir erkennen an, dass er an einigen Stellen auch der Koalition hier in Frankfurt ein bisschen Schub gegeben hat. Bei einigen Themen – etwa beim Wohnungsbau oder auch bei der Sanierung der Schulen – kommen wir aber nicht vom Fleck. Und da ist es bisher außer bei feierlichen Worten auch vom neuen Oberbürgermeister nicht zu messbaren Fortschritten gekommen.“

Das soll sich, wenn es nach Josef geht, bald ändern. Im Haushaltsentwurf machen die Bereiche Bildung und Soziales etwa 50 Prozent aller Aufwendungen aus. Bei den Frankfurter Bürgern punktet der Oberbürgermeister mit seiner nahbaren und sympathischen Art.

Heidi Kemp
„Also ich denke, dass er eine ganz gute Arbeit macht. Ich würde mich freuen wenn die Straße am Main wieder eine Fußgängerzone wird. Das wäre für mich ein Wunsch.“

Klaus Schäfer
„Ich habe die Hoffnung, dass er sehr gut im Hintergrund arbeitet und sich selbst mit seiner Person nicht so in den Vordergrund stellt, so wie das der Feldmann gemacht hat.“

Die von Mike Josef gewünschte Willkommenskultur wird schon in Kürze wieder Thema. Denn bereits im Juni zur Fußballeuropameisterschaft ist Frankfurt Austragungsort von fünf Spielen. Sicherheitstechnisch und touristisch eine Herausforderung, die es zu stemmen gilt. Der Oberbürgermeister ist sich sicher, dass auch dieses Kunststück gelingen wird.