DGB-Maikundgebung in Mainz
Sie wollen mehr. Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit. So auch Mitarbeiter des Lieferdienstes Lieferando, die für einen Tarifvertrag und bessere Arbeitsbedingungen kämpfen.
Michael Müller, Mitglied Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
„Es kann nicht so weitergehen, dass uns Arbeitsmittel, die uns vor dem Bundesarbeitsgericht rechtlich zugesprochen wurden, nicht zur Verfügung gestellt werden. Dass Schutzausrüstung nicht zur Verfügung gestellt wird oder unzureichend ist.“
Bei der Kundgebung und dem anschließenden Demonstrationszug des Internationalen Mainzer 1. Mai-Bündnisses haben die Teilnehmer ganz unterschiedliche Anliegen. Unter ihnen ist zum Beispiel ein selbst ernannter Palästina-Block. Von einigen Aussagen und Plakaten, die unter anderem Israel einen Völkermord an den Palästinensern in Gaza vorwerfen, distanziert sich der DGB ausdrücklich. Was viele Demonstranten eint, ist der Wunsch nach Frieden und Solidarität.
Hans-Jörg Hagels
„Gesellschaftliche Solidarität. Und ich halte es für ganz wichtig, dass wir zusammenstehen.“
Julia Stange, Mitglied Gewerkschaft ver.di
„Leider ist das alles nötig. Und das wird auch immer mehr nötig sein, weil der Staat nicht sozial ist. Wir sind sehr unsozial geworden.“
Die vielen Arbeitskämpfe und Streiks der vergangenen Monate haben für einen Mitgliederzuwachs bei den Gewerkschaften gesorgt. In Rheinland-Pfalz sind im vergangenen Jahr 20.000 Menschen einer DGB-Gewerkschaft beigetreten.
Susanne Wingertszahn, Vorsitzende DGB Rheinland-Pfalz / Saarland
„Das heißt, wir treffen den Nerv der Zeit und die Themen der Menschen. Und sie wünschen sich bessere Arbeitsbedingungen und dafür stehen wir. Mit wem sollten sie das sonst tun?“
Die Gewerkschaften wähnen sich im Aufwind. Mehr Lohn und mehr Freizeit, das sind unrealistische Forderungen angesichts der aktuellen Lage, sagt hingegen die Landesvereinigung Unternehmerverbände.
Johannes Heger, Präsident Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz
„Wir reden viel zu viel über die Bedingungen von Nichtarbeit und nicht über den Wert von Arbeit. Dabei ist Arbeit die Grundlage für Freiheit, für Sicherheit, für unseren Lebensstandard. Und die entsteht eben erst durch die Anstrengung von jeder und jedem in unseren privaten Unternehmen. Dadurch entsteht Wohlstand.“
Bei der zentralen DGB-Kundgebung auf dem Liebfrauenplatz spricht auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin. Sie fordert mehr Tarifverträge in Unternehmen.
Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz
„Nur mit einem guten Tarifvertrag kann man den Wandel der Zeit gut bestehen. Man kann gut verdienen. Man hat auch bessere Arbeitszeiten. Und wir haben in der Sozialpartnerschaft auch eine Balance, die es möglich macht, dass Arbeit und Wirtschaftsentwicklung zusammenkommen.“
Fast alle Redner fordern die Besucher auf, bei den Kommunalwahlen und der Europawahl am 9. Juni ihr Kreuz zu machen. Dort sollen die Menschen demokratische Parteien wählen. Denn auch das stärke den Zusammenhalt in der Gesellschaft.









