Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Sporttalk mit Julian Beimel vom 02.02.2024

Feb. 2, 2024

Das Transferfenster hat sich geschlossen und die Vereine in unserer Region haben sich mit neuen Spielern versorgt.
Eva Dieterle, Moderatorin: Ja, so ein kleines bisschen Fußball kann uns jetzt nicht schaden. Und deshalb schauen wir jetzt noch mal auf das Transferfenster in der Fußball-Bundesliga, das bis gestern Abend um 18 Uhr noch offen war. Und weil sich auf dem Spielermarkt in dieser Woche noch so einiges getan hat, vertiefen wir das jetzt mit Julian Beimel aus unserer Sportredaktion. Ja, Julian, wie sind denn die Teams aus Hessen und Rheinland-Pfalz auch personell so aufgestellt für diesen 20 Spieltag in der ersten und zweiten Liga?

Julian Beimel, Sportreporter: Wir beginnen mit der Eintracht und wie wir hier sehen, konnten die Frankfurter gestern wirklich auf den allerletzten Drücker und nach langen Verhandlungen ihren Wunschspieler Mittelstürmer Hugo Ekitiké von Paris Saint-Germain verpflichten. Der 21-Jährige kommt zunächst auf Leihbasis bis Saisonende, aber die Eintracht konnte sich eine Kaufoption sichern. Und so geht die Eintracht, derzeit auf Platz sechs, als klarer Favorit in das Auswärtsspiel gegen den ersten FC Köln. Und das mit einem neuen Stürmer, der auf seinen ersten Einsatz brennt.

Dino Toppmöller, Trainer Eintracht Frankfurt
„Er ist sehr hungrig. Er hat auf jeden Fall richtig Bock auf diese Aufgabe! Hat ein paar andere Dinge eben ausgeschlagen, weil er auch dann nach positiven Gesprächen nur zur Eintracht wollte.“

Beimel: Ja, und jetzt ist er da. Und sollte die Eintracht die Kaufoption ziehen, dann soll sich das Gesamtpaket für den Franzosen Berichten zufolge auf etwa 20 Millionen € belaufen. Und damit würde der Franzose zum teuersten Einkauf der Frankfurter Vereinsgeschichte. Also schon ein gewisser Druck da für den Neuzugang.

Dieterle: Druck verspürt auch Mainz 05 und dennoch fand in der vergangenen Woche wieder die närrische Stadionsitzung statt. Und auch gegen Bremen sind die Fans der 05er aufgerufen, kostümiert zum Spiel zu kommen. Meinst du, die Mannschaft kann mit dieser ja schon außergewöhnlichen närrischen Stimmung dann auch sportlich das Ruder rumreißen?
Beimel: Der Wille in der Mannschaft und im Verein, der ist da. Mainz fünf hat in dieser Woche ja noch mal doppelt auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Genau deswegen. Und neben Eintracht-Stürmer Jessic Ngankam, der per Leihe kommt, konnte man Nadiem Amiri von Bayer 04 Leverkusen fest verpflichten. Ein offensiver, ein kreativer Spieler. Ja, und für beide Neuen – der Abstiegskampf Neuland, aber kein Problem, sagt der Trainer Jan Siewert.

Jan Siewert, Trainer 1. FSV Mainz 05
„Also das sind einfach Typen, die sich dazu bekennen. Die die Situation jetzt nicht erlebt haben. Aktuell ist Leverkusen natürlich Tabellenerster und auch Frankfurt spielt um die oberen Plätze mit, aber sie sind einfach von ihrer Bereitschaft her da und das hat uns schon allen imponiert.“

Beimel: Ja, und die beiden Neuen sollen natürlich jetzt schon am Wochenende gegen Bremen das Offensivspiel der Mainzer beleben, denn Sportvorstand Christian Heidel hat gestern auch klar formuliert: In den nächsten Spielen, da müssen Punkte her, sonst wird die Luft immer dünner da unten im Tabellenkeller.
Dieterle: Und dringend Punkte müssen auch her für das Schlusslicht in der Tabelle, für Darmstadt 98. Die Lilien bekommen es jetzt aber am Wochenende ausgerechnet mit niemandem Geringeren zu tun als mit Bayer Leverkusen, dem Tabellenführer.
Beimel: Ja, Eva, da braucht es am Samstag um 15:30 Uhr diesen viel zitierten Sahnetag gegen den ungeschlagenen Primus der Liga. Und der Lilien-Neuzugang Gerrit Holtmann hat unter der Woche die Mannschaft von Leverkusen als “Maschine” bezeichnet. Und sein Trainer, der reagiert so:

Torsten Lieberknecht, Trainer SV Darmstadt 98
„Man muss dazusagen, dass der Gerrit … sein Lieblingswort ist tatsächlich ‚Maschine‘. Der sagt zu mir ‚Maschine‘, der sagt eigentlich zu jedem ‚Maschine‘. Aber er hat nicht Unrecht, wenn er sagt, dass da eine außergewöhnliche Mannschaft auf uns wartet, die vermutlich auch in der Lage ist, Deutscher Meister zu werden.“

Beimel: Immerhin mit Sebastian Polter, einem Stürmer von Schalke 04, konnten sich die Darmstädter jetzt noch mal offensiv verstärken. Und, Eva, ich muss sagen: Ich freue mich einfach auf dieses Duell. Das ist doch genau so ein Spiel, auf das sich jeder Fußballer, jeder Fan freut. Darmstadt auf den ersten Blick ohne Chance, aber wer weiß, vielleicht können sie sich ja trotzdem dagegenstemmen und dann diesen ungeschlagenen Riesen der Liga zu Fall bringen.
Dieterle: Wir schauen jetzt noch auf Liga zwei, kommen zum 1. FC Kaiserslautern und die roten Teufel, die gehen nach dieser Woche doch bestimmt mit ordentlich Rückenwind in das Auswärtsspiel gegen Elversberg, oder?
Beimel: Absolut. Durch den Sieg gegen Hertha BSC Berlin unter der Woche konnte der FCK jetzt ins DFB-Pokal-Halbfinale einziehen. 17.000 Fans haben da die roten Teufel ins ausverkaufte Berliner Olympiastadion begleitet und ihre Mannschaft beflügelt. Aber jetzt, vor dem Spiel gegen Elversberg, da mahnt der Trainer Dimitrios Grammzis und sagt: “Bitte nicht zu viel Euphorie.”

Dimitrios Grammozis, Trainer 1. FC Kaiserslautern
„Vor einer Woche, gut eineinhalb Wochen war gefühlt alles in Trümmern. Alles war schlecht, ich war schlecht, der ganze Verein ist schlecht. Und jetzt ein paar Tage später heißt es hier „der Zauberer“ und was weiß ich alles. Und genauso wenig wie ich in der Negativphase auf diesen Zug draufgesprungen bin, gehe ich auch jetzt nicht drauf. Wir müssen weiter demütig arbeiten.“

Beimel: Der Trainer also in der Ansicht ganz nüchtern und der FCK ja nur mit einem Punkt Abstand auf die Abstiegsplätze. Also dann müssen die nächsten Punkte dringend her.
Dieterle: Wir sind auf jeden Fall gespannt. Julian, vielen Dank für deinen Ausblick aufs Fußballwochenende.
Beimel: Gerne.