Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Hessen

Jan. 3, 2024

Niedersachsen hat bereits seit Tagen mit extremem Hochwasser und heftigen Überschwemmungen zu kämpfen, jetzt treten die Flüsse auch in Hessen und Rheinland-Pfalz über die Ufer. Die Böden sind vom vielen Regen gesättigt und können kaum noch Wasser aufnehmen. Zunächst waren besonders kleinere Flüsse und Bäche betroffen, doch mittlerweile hat sich auch die Lage an den großen Flüssen verschärft. Mancherorts ist der Höhepunkt des Hochwassers noch immer nicht erreicht.
Rettungsaktion in Fulda heute Morgen. Ein Mann steht bis über die Oberschenkel im Hochwasser und klammert sich an einen Baum. Das eigentliche Ufer des Flusses ist nicht mehr zu erkennen, die Fulda-Auen sind großflächig überschwemmt. Mit einem Schlauchboot wagt die Feuerwehr sich in die Strömung, hilft dem Mann an Bord. Mit vereinten Kräften schaffen sie es ans Ufer, wo der Mann von Sanitätern versorgt werden kann. Vermutlich unterkühlt, sonst scheint er unverletzt.

Marc Kümpel, Einsatzleiter
„Er hat sich auch noch selber halten können und hat auch noch kommuniziert, von daher war Bewusstsein entsprechend noch da und wir hoffen das Beste.“

Reißende Strömung und überflutete Straßen auch im Vogelsberg und im Landkreis Fulda. In Großenlüder steht die Ortsdurchfahrt unter Wasser, die Gemeinde ist zeitweise nur noch mit dem Boot erreichbar. Die Feuerwehr schützt eine alte Mühle vor dem Hochwasser, der Keller ist bereits vollgelaufen. Es ist eine lange Nacht für die Einsatzkräfte.

Florian Fritzsch (parteilos), Bürgermeister Großenlüder
„Wir haben tatsächlich über die Gemeindeverwaltung heute Nachmittag noch die entsprechenden Pegelstände kontrolliert, haben auch schon Vorkehrungen getroffen, dass wir gegebenenfalls morgen sperren können, sind jetzt ein Stück weit auch überrascht worden, dass die Pegelstände so stark steigen.“

Auch das Technische Hilfswerk und das Rote Kreuz kommen zur Hilfe. Für einen besseren Überblick sorgt eine Drohne.

Christian Bosold, Gemeindebrandinspektor Großenlüder
„Die haben dann mal hier über die Objekte geflogen, sodass wir uns auch mal ein Bild von oben machen können vom Ausmaß. Das war schon … ich sage mal, auf der einen Seite beeindruckend, die Technik mit der Drohne, aber natürlich auch erschreckend, was man da halt für Wasserflächen, Wassermassen sieht.“

Auch an der Mosel in Rheinland-Pfalz herrscht Ausnahmezustand. Mancherorts ist das Wasser in der Nacht innerhalb weniger Stunden um zwei Meter gestiegen.
Am Pegel Trier wurde heute Morgen die 8-Meter-Marke geknackt.
Unterhalb von Traben-Trarbach hat die Mosel ihre Ufer geschluckt, das Wasser reicht bis an die Häuser heran. Die B53 musste gesperrt werden. Laut Prognosen könnte der Pegel an der Mosel noch weiter steigen.
Etwas besser sieht es in Fulda und Umgebung aus. Hier sind die Pegel zunächst wieder abgeflacht.

Marc Kümpel, Einsatzleiter
„Aber man hat in der Nacht erkannt, dass selbst bei einem kurzem Regenereignis der Pegel relativ schnell wieder hoch geht, weil alles gesättigt ist, weil wir auch keine Ausweichflächen großartig mehr haben, sprich, es bildet sich dann immer im Bachbett noch entsprechend ab und dadurch gehen wir eigentlich im Laufe des Tages wieder von steigenden Pegeln aus.“

Der Rhein hatte die Meldehöhe am Pegel Koblenz bislang noch nicht erreicht, doch bis Freitag erwartet das Landesamt für Umwelt auch hier einen Anstieg auf bis zu 6,8 Meter.
Zum Wochenende ist ein Ende des Regens in Sicht.