Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Durchwachsene Bilanz des Weihnachtsgeschäfts

Dez. 22, 2023

Haben Sie denn schon alle Geschenke beisammen? Falls nicht, dann wird es höchste Zeit. Ihre örtlichen Einzelhändler werden sich freuen – in Rheinland-Pfalz lief das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr nämlich bislang eher verhalten. Wir haben uns in der Landeshauptstadt umgesehen und umgehört, wie es um die Kauflaune so bestellt ist.
Buntes Treiben in Mainz. Alle Jahre wieder zieht es kurz vor Weihnachten viele zum Last-Minute-Shopping in die Innenstadt. Auf der Suche nach dem passenden Geschenk lassen sich einige hier inspirieren, im Spielwarengeschäft „WiRTH“. Manche brauchen hier und da noch etwas Beratung – andere dagegen wissen schon ganz genau, was sie wollen.

Leila: „Maus-Puzzle.“ – „A-ha. Warum ist denn Weihnachten so toll eigentlich“ – „Weil das ein besonderer Tag ist.“ – “ Und warum?“ – “ Weil man da Geschenke kriegt.“
Birgit Weber
„Ich habe schon für meine Kinder im Kinderladen gekauft. Ich kaufe auch für meine Enkelkinder hier. Die Läden müssen ja erhalten bleiben.“
Christine Günster
„Das meiste geht tatsächlich online, muss ich auch sagen. Also ich kaufe sehr gerne online, weil es einfach viel einfacher ist und man findet alles, was man sucht.“
Leonie Othman
„Ob jetzt Lebensmittel, Gas, Tanken und sowas – wenn alles teurer geworden ist, das spielt natürlich schon eine Rolle, dass man dann auch noch mal ein bisschen mehr überlegt.“

40 Prozent des Jahresumsatzes macht das familiengeführte Traditionshaus in den 40 Tagen vor Weihnachten – wenn es gut läuft. Es könnte besser laufen, sagt Geschäftsführer Friedrich Demmler. dessen Kunden sich mit Weihnachtseinkäufen in diesem Jahr etwas zurückhalten.

Friedrich Demmler, Geschäftsführer Kinderladen „WiRTH“
„Die wertigen Produkte, die wir führen, sind also nicht so stark abgegangen. Dafür etwas günstigere Produkte. Das heißt, die Anzahl unserer Kunden und die Stückzahl ist in etwa gleich geblieben, aber dadurch der Umsatz etwas zurückgegangen.“

Das bekommt der Einzelhandel landesweit zu spüren. Ein durchwachsenes Weihnachtsgeschäft, mit dem der Handelsverband nicht zufrieden ist. Inflation, gestiegene Lebenshaltungskosten – offenbar sitzt das Geld bei den Kunden gerade nicht so locker. Viele kommen gar nicht erst in die Innenstädte.

Thomas Scherer, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Rheinland-Pfalz
„Wir glauben, dass es eine Verunsicherung ist. Dass also die Bevölkerung verunsichert ist, dass sie nicht genau wissen, was an Kosten auf sie zukommt im nächsten Jahr. Und dass sie deshalb momentan eher sparsam umgehen, auch was Weihnachtsgeschenke angeht.“

Damit sich das ändert, hofft der Handelsverband auf Geschenke der Politik, im Sinne einer stärkeren finanziellen Entlastung von Bürgern und Unternehmen. Dass es auch Lichtblicke gibt, beweist die Mainzer Buchhandlung „Erlesenes & Büchergilde“. Hier setzt man auf aktive Kundenbindung. Das macht sich im aktuellen Weihnachtsgeschäft bemerkbar.

Ursula Lewis, Mitarbeiterin Buchhandlung „Erlesenes & Büchergilde“
„Wir haben wenig Leute, die dann sagen: ‚Ja, dann bestell ich‘s im Internet.‘ Im Gegenteil. Manchmal nehmen die Leute sogar längere Wartezeiten in Kauf, um die Bücher bei uns zu bestellen. Weil viele einfach sagen: ‚Nee, ich unterstütze den stationären Buchhandel.'“

Ob Gewinner oder Verlierer – wichtig ist das Weihnachtsgeschäft für alle Einzelhändler. Ihre Hoffnung ruht nun auf den verbleibenden Last-Minute-Shoppern.