Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Erstklässler feiern Einschulung

Sep. 5, 2023

Heute war in Hessen der erste Schultag für 60.000 Erstklässler. Natürlich mit Schultüte und dem ersten Ranzen. Doch die stetig wachsende Zahl der Schulanfänger bringt auch Probleme mit sich. Wir waren bei einer Einschulung in Wiesbaden mit dabei.
Ein wenig nervös und aufgeregt wirken die frischgebackenen Erstklässler, als sie von ihren neuen Mitschülern mit viel Tamtam empfangen werden. Ein Ständchen haben die älteren Grundschüler zudem für die Jüngeren einstudiert. Dann geht es für sie in den Klassenraum. Zum ersten Mal im Leben den Schulranzen packen und das neue Mäppchen rausholen. Für die Erstklässler etwas ganz anderes als im Kindergarten.

Tim, 6 Jahre alt
„Dass wir halt nicht Bilder malen und nicht spielen konnten. Sondern wir mussten halt so eine Namensrunde machen.“
Konstantin, 6 Jahre alt
„Dass man auf Stühlen sitzen musste. Dass wir etwas lernen mussten.“

Das mit dem Lernen dürfte in Zukunft noch öfter vorkommen.
An der Robert-Schumann-Grundschule schaut heute Kultusminister Alexander Lorz vorbei. Seine Tochter wurde vergangenes Jahr eingeschult. Deshalb weiß er, wie wichtig dieser Tag für die Schulanfänger ist.

Alexander Lorz (CDU), Kultusminister Hessen
„Sie haben das schon bei größeren Kindern immer miterlebt, haben vielleicht schon bewundernd zu ihnen aufgeblickt. Sie sind jetzt ganz stolz, selber Schulkind zu sein. Ich hab’s an der eigenen Tochter erlebt, das ist für ein Kind ein Moment, den vergisst man auch nicht.“

In Hessen ist die Zahl der Schulanfänger in den vergangenen Jahren um rund 40.000 gestiegen, so viele wie seit Jahrzehnten nicht. Seit dem Vorjahr kommen immer mehr Flüchtlingskinder aus der Ukraine hinzu. Auch für die Robert-Schumann-Schule ist das eine Herausforderung.

Katharina Hattig, Rektorin Robert-Schumann-Schule
„Viele Kinder kommen zu uns ohne jegliche Deutschkenntnisse. Die müssen wir dann aufnehmen und integrieren. Wir brauchen auf jeden Fall mehr Lehrer für den ‚Deutsch als Zweitsprache‘-Unterricht.“

Viele Schulen und Lehrergewerkschaften beklagen einen Lehrermangel. Zwar wurden für dieses Schuljahr in Hessen über 3.000 neue Stellen geschaffen, doch das reiche noch nicht aus. Kommendes Jahr will das Land erstmals über 5 Milliarden Euro für Bildung ausgeben. Doch das Problem, neue Lehrer zu rekrutieren, bleibt.

Alexander Lorz (CDU), Kultusminister Hessen
„Wir müssen ja nicht nur die Lehrkräfte ersetzen, die in Pension gehen, das ist unser normales Geschäft. Sondern wir brauchen darüber hinaus noch viele Lehrkräfte für Zusatzaufgaben, die Schule heute auch wahrnehmen muss. Und dann eben noch Kräfte für die zusätzlichen Schülerzahlen. Und die zu rekrutieren, ist in Zeiten des allgemeinen Fachkräftemangels nicht einfach.“

Knapp 60.000 Lehrkräfte gibt es inzwischen in Hessen, die Hälfte davon sind Seiteneinsteiger. Von einem Lehrermangel bekommen die neuen Erstklässler heute erst mal nichts mit. Sie werden von ihrer Klassenlehrerin mit einer Umarmung am Ende ihres ersten Schultags verabschiedet.