Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Die Welt unter uns – Kali-Abbau

Juli 31, 2023

Die Oberfläche der Welt ist weitestgehend erforscht. Was aber genau unter uns liegt ist zum Großteil verborgen. Nur ein paar Meter tief in der Erde beginnt eine unbekannte Welt. Voller Erde, Gestein aber auch wertvollen Rohstoffen. So liegt in Osthessen eins der größten Kalisalz-vorkommen Deutschlands. Wie das Abgebaut wird zeigen wir ihnen in unserer aktuellen Serie. Kommen Sie mit uns hinab in die Welt unter uns.
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Pasquale Olminski, Revieraufsicht Bergwerk Werra: Glück auf, mein Name ist Pasquale Olminski, ich arbeite als Revieraufsicht bei K+S hier ab Berg Werra und wir bauen hier Kalisalz ab.
Intro
1000 Meter unter der Erde. Pasquale Olminski ist gerade auf dem Weg zu seinem Einsatz. Als Revieraufsicht muss er prüfen, dass beim Salzabbau alles glatt läuft. Doch das dauert. Hier im Bergwerk Werra sind die Wege weit. Teilweise fahren die Bergleute 45 Minuten unter Tage zu ihrem Arbeitsplatz. Denn das Werk ist das größte in Westeuropa. Es erstreckt sich hunderte Kilometer unter Hessen und auch Thüringen. Die Orientierung verliert Pasquale Olminski trotzdem nicht.
Pasquale Olminski, Revieraufsicht Bergwerk Werra: Ein Taxifahrer in Frankfurt oder Berlin, der kennt nach einem Jahr auch jede Strecke und so ist es bei uns genauso. Wir sehen eine Strecke und wissen nur durch sehen, wo wir eigentlich sind. In der 45 Nord zum Beispiel. Allein weil da jetzt eine Senke ist, oder es geht gerade hoch.
250 Millionen Jahre ist es her, als sich hier in einem Meer Kalisalz abgelagert hat. So kann K+S jedes Jahr 20 Millionen Tonnen davon abbauen. Für Dünger oder Medizin. Doch um das Salz geht es Pasquale Olminski kaum. Er ist stolz unter der Erde zu arbeiten – denn Bergleute gibt es immer weniger.
Pasquale Olminski, Revieraufsicht Bergwerk Werra: Es ist jetzt unabhängig, ob das Salz jetzt dem einen gefällt optisch oder nicht. Also vom Salz her würde ich sagen, nein. Aber unter Tage zu arbeiten, mit den Kumpels und dann jeden Tag auch andere Voraussetzungen vorzufinden, das ist das Schöne an dem Beruf.
Denn Menschen und Maschinen können jederzeit ausfallen. Heute läuft aber alles nach Plan. Für die nächste Sprengung, müssen jetzt die Bohrlöcher vorbereitet werden. Pasquale Olminski prüft, ob sie auch in die richtige Richtung gehen, denn das Kalisalz soll so rein wie möglich sein. Arbeit mit Augenmaß ist gefragt.
Pasquale Olminski, Revieraufsicht Bergwerk Werra: Hier befindet sich die Lageruntergrenze, das ist Steinsalz, das können wir nicht gebrauchen. Und da drüber halt bis nach oben hin ist das Kalisalz mit dem hohen Wertstoffgehalt und das wollen wir haben.
Sprengung Freistehend
Jetzt können die Bagger anrollen. Sie wurden extra für den Salzabbau konzipiert und erst im Bergwerk zusammengesetzt. Über 180 Kilometer lange Förderbänder gelangt das Salz dann in die Fabrik. Doch nur 30% davon sind verwertbar. Der Rest landet draußen aufm dem Monte Kali.
Vor der nächsten Sprengung, muss aber erstmal für Sicherheit gesorgt werden.  Mit riesigen Dübeln presst ein Bagger das Salz zusammen. Denn das ist bröckelig und fällt leicht herunter. Dazu kann sich zwischen dem Salz Co2 verbergen. Wenn das mit Luft in Verbindung kommt, kann es zu gefährlichen Explosionen kommen.
Pasquale Olminski, Revieraufsicht Bergwerk Werra: Ja, Sicherheit geht vor allem. Also es steht über der Produktion. Denn beim Bergbau ist es so, kleine Unfälle gibt es kaum aber wenn ein Unfall passiert, dann sind es immer schwere Verletzungen oder besser gesagt große Unfälle. Und das wollen wir überhaupt nicht.
Nun muss Pasquale Olminski raus aus dem Bergwerk. Die nächsten Sprengladungen gehen gleich hoch. Noch 40 Jahre kann er hier arbeiten, denn so lange soll der Salzvorrat noch reichen – 1000 Meter tief. In der Welt unter uns.