Förderung für Spieleentwickler
Gaming ist auf dem Vormarsch. Jeder zweite Mensch in Deutschland spielt mindestens gelegentlich Videospiele. In der Bevölkerungsgruppe unter 30 sind es mehr als 80 Prozent. Mit rund zehn Milliarden Euro Umsatz im Jahr haben die Games hierzulande längst alle anderen Medien hinter sich gelassen, doch nur fünf Prozent dieses Geldes bleibt auch in Deutschland. Das liegt daran, dass Videospiele „made in Germany“ es schwer haben – den Entwicklern fehlt es an Förderung und Wertschätzung.
Der Magierturm ist fertig, es fehlt nur noch etwas Verzierung. Bei „Envision-Entertainment“ in Ingelheim programmiert ein 14köpfiges Team an seinem neuesten Spiel „Pioneers of Pagonia“. Zwei Jahre hat das Studio für die Entwicklung vorgesehen; eine Zeit mit hohem unternehmerischem Risiko, schließlich generiert ein Spiel erst dann Einnahmen, wenn es auf dem Markt ist. Eine Zeit also, die ohne Kredite aus der Spieleförderung nicht zu überbrücken wäre. Doch für die Förderung, die das Land Rheinland-Pfalz als eines der letzten Bundesländer vor zwei Jahren an den Start gebracht hat, haben sich die Ingelheimer gar nicht erst beworben. Zu gering sind die Summen.
Dirk Ringe, Geschäftsführer Envision-Entertainment:
„Dort haben wir zum einen mit dem Budget von 250.000 Euro eine ersten Startschuss, andererseits muss man bedenken, wie viele Unternehmen es in Rheinland-Pfalz gibt, die gefördert werden könnten. Und wenn man auch noch bedenkt, dass ein Spiel durchaus auch mal 20 Millionen Euro kosten kann und diese 250.000 Euro im Jahr dann auf diese vielen Interessenten verteilt werden, stellt man fest: es ist zwar schön, dass es da ist, aber da muss noch wesentlich mehr gehen.“
Stattdessen haben sie hier Fördergelder vom Bund bekommen – als einer der letzten Bewerber, denn der Fördertopf des Wirtschaftsministeriums ist aktuell leer. Immerhin rund 50 Millionen Euro investiert der Bund jährlich in die Games-Branche, doch die Anfrage ist so groß und die Laufzeit der Projekte so lang, dass das Geld für 2023 und 2024 bereits im Mai dieses Jahres restlos verplant war. Eine Entwicklung die in Berlin offenbar zu einem Umdenken führt.
„Aktuell wird die Computerspieleförderung des Bundes grundlegend evaluiert. […] Dazu gehören auch Überlegungen zu einer systematischen Neuausrichtung, um künftig Szenarien wie einen regelmäßig wiederkehrenden Antragstopp zu vermeiden.“ / Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Äußerungen, die man auch bei „Kalypso-Media“ in Worms gerne hören dürfte. Der Spiele-Verlag ist einer der größten Profiteure der Bundesförderung. Alleine ihr neuestes Spiel, die Wirtschaftssimulation „Railway Empire 2“, hat mit rund 1,5 Millionen Euro die bislang zweithöchste Fördersumme aus dem Bundestopf erhalten. Sollten sich die Förderbedingungen weiter verschlechtern, befürchten sie hier eine Abwanderung von Fachkräften und Entwicklerstudios ins Ausland.
Marco Nier, Kalypso Media Worms:
„Ich glaube die Games-Branche genießt speziell in Deutschland in der politischen Wahrnehmung noch nicht den Stellenwert, der angemessen wäre. Langfristig würde ich mich freuen, wenn Spiele den gleichen Ruf genießen wie Filme, Bücher oder auch Musik. Die Umsätze spiegeln das wieder.“
Bis es aber so weit ist und bis neues Geld in den Fördertöpfen von Bund und Ländern bereit steht, sehen die Spieleentwickler ungewissen Zeiten entgegen. Kaum Planungssicherheit für eine Branche, der eigentlich die Zukunft gehört.
Der Magierturm ist fertig, es fehlt nur noch etwas Verzierung. Bei „Envision-Entertainment“ in Ingelheim programmiert ein 14köpfiges Team an seinem neuesten Spiel „Pioneers of Pagonia“. Zwei Jahre hat das Studio für die Entwicklung vorgesehen; eine Zeit mit hohem unternehmerischem Risiko, schließlich generiert ein Spiel erst dann Einnahmen, wenn es auf dem Markt ist. Eine Zeit also, die ohne Kredite aus der Spieleförderung nicht zu überbrücken wäre. Doch für die Förderung, die das Land Rheinland-Pfalz als eines der letzten Bundesländer vor zwei Jahren an den Start gebracht hat, haben sich die Ingelheimer gar nicht erst beworben. Zu gering sind die Summen.
Dirk Ringe, Geschäftsführer Envision-Entertainment:
„Dort haben wir zum einen mit dem Budget von 250.000 Euro eine ersten Startschuss, andererseits muss man bedenken, wie viele Unternehmen es in Rheinland-Pfalz gibt, die gefördert werden könnten. Und wenn man auch noch bedenkt, dass ein Spiel durchaus auch mal 20 Millionen Euro kosten kann und diese 250.000 Euro im Jahr dann auf diese vielen Interessenten verteilt werden, stellt man fest: es ist zwar schön, dass es da ist, aber da muss noch wesentlich mehr gehen.“
Stattdessen haben sie hier Fördergelder vom Bund bekommen – als einer der letzten Bewerber, denn der Fördertopf des Wirtschaftsministeriums ist aktuell leer. Immerhin rund 50 Millionen Euro investiert der Bund jährlich in die Games-Branche, doch die Anfrage ist so groß und die Laufzeit der Projekte so lang, dass das Geld für 2023 und 2024 bereits im Mai dieses Jahres restlos verplant war. Eine Entwicklung die in Berlin offenbar zu einem Umdenken führt.
„Aktuell wird die Computerspieleförderung des Bundes grundlegend evaluiert. […] Dazu gehören auch Überlegungen zu einer systematischen Neuausrichtung, um künftig Szenarien wie einen regelmäßig wiederkehrenden Antragstopp zu vermeiden.“ / Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Äußerungen, die man auch bei „Kalypso-Media“ in Worms gerne hören dürfte. Der Spiele-Verlag ist einer der größten Profiteure der Bundesförderung. Alleine ihr neuestes Spiel, die Wirtschaftssimulation „Railway Empire 2“, hat mit rund 1,5 Millionen Euro die bislang zweithöchste Fördersumme aus dem Bundestopf erhalten. Sollten sich die Förderbedingungen weiter verschlechtern, befürchten sie hier eine Abwanderung von Fachkräften und Entwicklerstudios ins Ausland.
Marco Nier, Kalypso Media Worms:
„Ich glaube die Games-Branche genießt speziell in Deutschland in der politischen Wahrnehmung noch nicht den Stellenwert, der angemessen wäre. Langfristig würde ich mich freuen, wenn Spiele den gleichen Ruf genießen wie Filme, Bücher oder auch Musik. Die Umsätze spiegeln das wieder.“
Bis es aber so weit ist und bis neues Geld in den Fördertöpfen von Bund und Ländern bereit steht, sehen die Spieleentwickler ungewissen Zeiten entgegen. Kaum Planungssicherheit für eine Branche, der eigentlich die Zukunft gehört.









