Gaststättenverband will weiter niedrigeren Mehrwertsteuersatz
Zur finanziellen Entlastung der Gastronomie wurde während der Corona-Pandemie die Mehrwertsteuer für alle Speisen, die über die Theke gehen, vorübergehend von 19% auf 7% reduziert. Das könnte Ende des Jahres auslaufen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband warnt daher jetzt vor drastischen Folgen letztlich für die Gäste. Denn der Branche bliebe in der aktuellen krisengeplagten Lage gar nichts anderes übrig, als die Preissteigerung 1:1 an die Gäste weiterzugeben.
Seit 35 Jahren betreibt die Familie von Mike Schulze dieses Restaurant in Wiesbaden-Dotzheim. Rund 100 Gäste finden hier Platz, werden mit Speis und Trank versorgt. Aber: Läuft die reduzierte Mehrwertsteuer aus, wird auch hier das Essen 12% teurer. Kostet das Backhändl mit Kartoffel-Spargelsalat aktuell noch 23 Euro, würde der Preis dann auf 25,76 Euro steigen.
Marlene Peter, aus Dotzheim:
„12% ist ein bisschen viel. Wir geben gerne Trinkgeld, aber wenn das jetzt pauschal gemacht wird, finde ich das ein bisschen zu viel.“
Angelika Hanitzsch, aus Georgenborn:
„Wir würden weiterhin essen gehen, aber vielleicht etwas weniger. Aber sonst würden wir das tolerieren … müssen!“
Dieter Peter, aus Dotzheim:
„Irgendwo ist eine Grenze. Und 12% sind meiner Meinung nach zu viel, das ist nicht mehr zumutbar. Wir würden nur noch halb so oft essen gehen.“
Höhere Löhne sowie gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise – laut Inhaber Mike Schulze bleibt dem kleinen Familienunternehmen keine andere Wahl, als eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung direkt an die Gäste weiterzugeben.
Mike Schulze, Inhaber Forsthaus Rheinblick
„Wir sind seit Corona in einem Dauerkrisen-Modus. Wir haben die bekannte Corona-Pandemie, die alle unsere Gäste mitgetragen haben, gut überstanden und sind im Grunde genommen nahtlos mit leeren Kassen in die nächste Krise gegangen. In die Preis- und Energiekrise. Das heißt also, die bisherige Senkung der Mehrwertsteuer ist nicht in die vollen Taschen der Gastronomen gelaufen, sondern sie ist schlichtweg in die Kosten gelaufen, die uns hier in den letzten Jahren ereilt haben.“
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband fordert schon länger, dass die 7% Mehrwertsteuer für Speisen dauerhaft eingeführt werden, wie es bereits in 23 von 27 EU-Staaten der Fall sei. Andernfalls stünden hierzulande viele Gastronomen vor dem Aus.
Oliver Kasties, Hauptgeschäftsführer DEHOGA Hessen
„Wir haben im Moment schon eine reduzierte Investitionsbereitschaft, weil die Planungssicherheit einfach nicht gegeben ist. Die große Ungewissheit bleiben die 7%, die wir dringend brauchen, um auch erforderliche Investitionen in den Betrieben zu tätigen. Wir dürfen auf keinen Fall Verhandlungsmasse werden in den Haushaltsdebatten. Diese 7% sind überlebenswichtig für unsere Branche.“
Im hessischen Wirtschaftsministerium zeigt man hingegen Verständnis für die angedachte Rückkehr zu den 19 Prozent.
Tarek Al-Wazir (B‘90/ Die Grünen), Wirtschaftsminister Hessen:
„Natürlich belasten gestiegene Energiepreise, Personalmangel und die Inflation die Gastro-Branche auch weiterhin. Das betrifft derzeit aber nahezu alle Branchen. Die Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie war von Anfang an befristet. Denn eine dauerhafte Absenkung wäre eine dauerhafte Subvention und kostet jährlich 3,3 Mrd. Euro.“
Ende des Jahres läuft der Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie aus. Noch ist sich die Ampelkoalition in Berlin uneins über eine Verlängerung.
Immerhin ein kleiner Trost: Das Feierabendbier wird nicht nicht teurer. Denn die Mehrwertsteuer für Getränke liegt ohnehin schon bei 19 Prozent.
Seit 35 Jahren betreibt die Familie von Mike Schulze dieses Restaurant in Wiesbaden-Dotzheim. Rund 100 Gäste finden hier Platz, werden mit Speis und Trank versorgt. Aber: Läuft die reduzierte Mehrwertsteuer aus, wird auch hier das Essen 12% teurer. Kostet das Backhändl mit Kartoffel-Spargelsalat aktuell noch 23 Euro, würde der Preis dann auf 25,76 Euro steigen.
Marlene Peter, aus Dotzheim:
„12% ist ein bisschen viel. Wir geben gerne Trinkgeld, aber wenn das jetzt pauschal gemacht wird, finde ich das ein bisschen zu viel.“
Angelika Hanitzsch, aus Georgenborn:
„Wir würden weiterhin essen gehen, aber vielleicht etwas weniger. Aber sonst würden wir das tolerieren … müssen!“
Dieter Peter, aus Dotzheim:
„Irgendwo ist eine Grenze. Und 12% sind meiner Meinung nach zu viel, das ist nicht mehr zumutbar. Wir würden nur noch halb so oft essen gehen.“
Höhere Löhne sowie gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise – laut Inhaber Mike Schulze bleibt dem kleinen Familienunternehmen keine andere Wahl, als eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung direkt an die Gäste weiterzugeben.
Mike Schulze, Inhaber Forsthaus Rheinblick
„Wir sind seit Corona in einem Dauerkrisen-Modus. Wir haben die bekannte Corona-Pandemie, die alle unsere Gäste mitgetragen haben, gut überstanden und sind im Grunde genommen nahtlos mit leeren Kassen in die nächste Krise gegangen. In die Preis- und Energiekrise. Das heißt also, die bisherige Senkung der Mehrwertsteuer ist nicht in die vollen Taschen der Gastronomen gelaufen, sondern sie ist schlichtweg in die Kosten gelaufen, die uns hier in den letzten Jahren ereilt haben.“
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband fordert schon länger, dass die 7% Mehrwertsteuer für Speisen dauerhaft eingeführt werden, wie es bereits in 23 von 27 EU-Staaten der Fall sei. Andernfalls stünden hierzulande viele Gastronomen vor dem Aus.
Oliver Kasties, Hauptgeschäftsführer DEHOGA Hessen
„Wir haben im Moment schon eine reduzierte Investitionsbereitschaft, weil die Planungssicherheit einfach nicht gegeben ist. Die große Ungewissheit bleiben die 7%, die wir dringend brauchen, um auch erforderliche Investitionen in den Betrieben zu tätigen. Wir dürfen auf keinen Fall Verhandlungsmasse werden in den Haushaltsdebatten. Diese 7% sind überlebenswichtig für unsere Branche.“
Im hessischen Wirtschaftsministerium zeigt man hingegen Verständnis für die angedachte Rückkehr zu den 19 Prozent.
Tarek Al-Wazir (B‘90/ Die Grünen), Wirtschaftsminister Hessen:
„Natürlich belasten gestiegene Energiepreise, Personalmangel und die Inflation die Gastro-Branche auch weiterhin. Das betrifft derzeit aber nahezu alle Branchen. Die Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie war von Anfang an befristet. Denn eine dauerhafte Absenkung wäre eine dauerhafte Subvention und kostet jährlich 3,3 Mrd. Euro.“
Ende des Jahres läuft der Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie aus. Noch ist sich die Ampelkoalition in Berlin uneins über eine Verlängerung.
Immerhin ein kleiner Trost: Das Feierabendbier wird nicht nicht teurer. Denn die Mehrwertsteuer für Getränke liegt ohnehin schon bei 19 Prozent.









