Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Kampf gegen sexuellen Missbrauch

Juni 21, 2023

66 Haftbefehle, fast 5.000 Hausdurchsuchungen und rund 67.000 sichergestellte Datenträger. Das ist die Bilanz der Ermittlergruppe FOKUS, die seit etwas mehr als zwei Jahren beim Hessischen Landeskriminalamt ausschließlich dafür da ist, Kindesmissbrauch zu unterbinden und die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet zu stoppen.
Rund 300 LKA-Beamte sind bei der Ermittlergruppe FOKUS im Dauereinsatz, um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen und Kinderschändern das Leben so schwer wie möglich zu machen: Keine einfache Aufgabe. Das weiß auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein, der die Ermittler heute in Wiesbaden besucht. Denn die Arbeit ist für die Beamten psychisch schwer belastend. Sie müssen sich Tag für Tag Tausende Bilder und Videos anschauen, die teils schwersten Missbrauch an Kindern zeigen.
Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident Hessen
„Auf der einen Seite ist das wichtig, Wertschätzung Ihnen zu sagen. Es ist aber natürlich auch wichtig, Wertschätzung zu zeigen durch Maßnahmen, die wir ergriffen haben. Beispielsweise durch Maßnahmen jetzt in finanzieller Hinsicht auch. Das ist eine Erschwerniszulage in Höhe von 300 Euro.“
Dass die Ermittler in vielen Fällen den realen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen gestoppt und die Weiterverbreitung sexueller Darstellungen Minderjähriger unterbunden hätten, sei auch Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden. Vor allem aus den USA kämen immer wieder wertvolle Hinweise. Denn in Deutschland seien den Ermittlern wegen der strengen Datenschutzbestimmungen oft die Hände gebunden.
Peter Beuth (CDU), Innenminister Hessen
„Wir haben hier bei diesem widerlichsten Kriminalitätsphänomen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen, bei der Kinderpornographie häufig nicht die Möglichkeit, die Täter zu ermitteln, weil uns die IP-Adressen nicht mehr zur Verfügung stehen. Das könnte man jetzt ändern. Das könnte die Bundesregierung seit Monaten ändern. Sie tut es nicht. Und sie vergeht sich da im Grunde genommen an Kinderseelen, dadurch, dass sie diese Ermittlungsmöglichkeiten nicht eröffnet.“
Die Hessische Landesregierung unterstützt dem Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornographie in diesem und im nächsten Jahr mit rund 19 Millionen Euro. Zudem sollen künftig 50 weitere Beamte in der Sonderermittlergruppe FOKUS zum Einsatz kommen.
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