Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Bauern sollen „Wassercent“ bezahlen

Juni 19, 2023

Die Landwirte müssen derzeit ihren Anbau stark bewässern, ansonsten drohen Ernteausfälle. Doch weil Wasser in Zeiten von Klimawandel und Dürresommern immer knapper wird, plant die rheinland-pfälzische Regierung den Wassercent – eine Abgabe auf Wasser, dass die Bauern für ihre Felder benötigen. Bei den Landwirten stößt das Vorhaben auf Widerstand.
„Wasser marsch!“ im Handumdrehen auf dem Feld von Johannes Zehfuß in Böhl in der Vorderpfalz. Genau das könnte bald im Handumdrehen teurer werden, denn die Landesregierung plant den Wassercent. Eine Abgabe, die auch dazu führen soll, dass Landwirte sparsamer mit Wasser umgehen. Landwirte würden das schon aus Eigeninteresse machen, kritisiert Zehfuß.
Johannes Zehfuß, Landwirt in Böhl
„Wir sprengen hier kein Wasser aus Jux und Tollerei. Wir könnten natürlich sagen, wir beregnen nicht, und dann sieht die Ernte eben aus wie wir sie hier sehen mit den entsprechenden Ertragsreduktionen und kaufen uns die Kartoffeln aus Nordafrika.“
Ohne künstliche Beregnung ist Landwirtschaft an vielen Orten in Deutschland nicht möglich – auch auf den Feldern von Zehfuß, der nicht nur Landwirt ist, sondern als auch Abgeordneter für die CDU im rheinland-pfälzischen Landtag sitzt. Wie alle anderen Landwirte in der Region erhält Zehfuß sein Wasser vom Wasser- und Bodenverband zur Beregnung der Vorderpfalz. Das Hauptpumpwerk hier in Otterstadt verteilt im Jahr 17 Millionen Kubikmeter Wasser.
Martin Steig, Wasser- und Bodenverband Vorderpfalz
„Wir werden den Wassercent abführen über die Verbandsstruktur. Da wir eine genaue Erfassung haben, was jeder Landwirt über das Jahr verbraucht, besteht die Möglichkeit der genauen Umlegung.“
Für einen Kubikmeter Grundwasser zur Beregnung müssten Landwirte dann bis zu 6 Cent zahlen. Das Umweltministerium argumentiert: Das Gesetz solle nicht nur ein Anreiz zum Wasser sparen bieten, heißt es in einer schriftlichen Erklärung.
Umweltministerium Rheinland-Pfalz
„Das Instrument entfaltet neben seiner ökologischen Lenkungswirkung insbesondere auch eine Finanzierungsfunktion, indem es dem Land eine verbesserte Möglichkeit verschafft, die kommunalen Maßnahmeträger bei den wichtigen Leistungen der Daseinsvorsorge wie Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung (…) gezielt finanziell zu unterstützen.“
Bedeutet: Der Wassercent soll zum Beispiel für den Gewässerschutz und zur Erhaltung der Wasserinfrastruktur eingesetzt werden. Zehfuß befürchtet jedoch, der Wassercent könne zu höheren Lebensmittelpreisen führen und zu mehr Bürokratie.
Johannes Zehfuß (CDU), Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz
„Der Wassercent alleine ist nicht der Riesen-Posten. Wenn wir in die Tiefe gehen, was da an Verwaltungsaufwand nochmal on Top kommt, das ist das, was die wirklichen Kosten verursacht.
So müssten Landwirte an jeder einzelnen Sprinkleranlage einen Wasserzähler anbringen, um ihren genauen Verbrauch zu bestimmten – dadurch könnten hohe Anschaffungskosten entstehen. Gut möglich also, dass ab 2024 so mancher Landwirt bei diesem Anblick nicht nur wegen der Hitze ins Schwitzen kommt.
 

 

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