EZB hebt Leitzins erneut an
Die Europäische Zentralbank in Frankfurt hat heute Nachmittag den Leitzins erneut angehoben. Er liegt jetzt bei 4 %. Die Leitzinserhöhungen lassen Kredite teurer werden und bremsen das Wirtschaftswachstum. Der EZB-Beirat begründete seine Entscheidung damit, dass die Inflation noch immer deutlich über der Zielmarke von 2 % liege. Im Mai waren die Preise in Deutschland im Schnitt um 6,1 % gestiegen.
Eva Dieterle
Darüber spreche ich jetzt mit Dr. Ulrich Kater, dem Chefvolkswirt der Dekabank in Frankfurt. Guten Abend.
Ulrich Kater
Schönen guten Abend.
Eva Dieterle
Herr Kater. Wie bewerten Sie die heutige Leitzinserhöhung?
Ulrich Kater
Sie war erwartet worden. Es wird sogar noch eine Zinserhöhung erwartet. Und sie ist auch richtig, weil die Inflation zwar zurück kommt, aber das wird noch eine ganze Weile dauern, bis wir wieder da angelangt sind, wo die EZB hinmöchte und wo es auch sinnvoll ist – Richtung 2 %. Und deswegen ist ein etwas fortgesetzter und stärkerer Druck auf die Inflation weiterhin notwendig.
Eva Dieterle
Sie haben es gerade angedeutet: Die Frage ist natürlich: Wann werden wir denn wieder diese Zielmarke von 2 % Inflation erreichen? Können Sie das sagen?
Ulrich Kater
Ja. Wir können ziemlich sicher sagen, dass die Inflation mit großem Tempo abnimmt. Das ist ja schon passiert. Wir waren ja schon mal bei 10 %. Und die 6 %-Region, in der wir jetzt sind, wird auch weiter verlassen werden nach unten. Wir können uns im November sogar auch schon Zahlen unter 3 % vorstellen. Das ist aber nicht so sehr das, was der EZB im Magen liegt, sondern da geht es eher schon wieder um das nächste Jahr. Die Frage, ob beispielsweise starke Lohnsteigerungen die Inflation im nächsten Jahr wieder von diesen zweieinhalb Prozent dann auf dreieinhalb Prozent bringen. Also das Problem wird wesentlich handhabbarer. Aber für die EZB ist es eben erst gelöst, wenn wir tatsächlich wieder ganz unten bei den 2 % angekommen sind.
Eva Dieterle
Was bedeutet das, was gerade passiert für die Wirtschaft?
Ulrich Kater
Die Wirtschaft wird abgebremst und das ist immer das Dilemma einer Notenbank, wenn sie die Inflation bekämpfen möchte. Auf der einen Seite sind Zinserhöhungen ein gutes Instrument, aber der Nebeneffekt ist, dass die Konjunktur immer schwächer wird. Und so ist es ja auch. Wir haben zwar keine richtig tiefe Rezession, aber eine leichte in Deutschland schon. Gab es auch andere Belastungsfaktoren wie die Energiekrise und so weiter. Insgesamt kommen wir ganz gut durch das heißt, bisher hat die Europäische Zentralbank ein gutes Gleichgewicht zwischen der Beeinträchtigung der Wirtschaft auf der einen Seite durch die höheren Zinsen, auf der anderen Seite auch der Inflationsbekämpfung. Der Weg ist allerdings noch weit und geht bis weit ins nächste Jahr hinein, bis wir abwägen können, ob es wirklich auch ausreicht.
Eva Dieterle
Herr Kater, vielen Dank für Ihre aktuellen Einschätzungen. Danke nach Frankfurt.
Ulrich Kater
Sehr gerne.
Eva Dieterle
Darüber spreche ich jetzt mit Dr. Ulrich Kater, dem Chefvolkswirt der Dekabank in Frankfurt. Guten Abend.
Ulrich Kater
Schönen guten Abend.
Eva Dieterle
Herr Kater. Wie bewerten Sie die heutige Leitzinserhöhung?
Ulrich Kater
Sie war erwartet worden. Es wird sogar noch eine Zinserhöhung erwartet. Und sie ist auch richtig, weil die Inflation zwar zurück kommt, aber das wird noch eine ganze Weile dauern, bis wir wieder da angelangt sind, wo die EZB hinmöchte und wo es auch sinnvoll ist – Richtung 2 %. Und deswegen ist ein etwas fortgesetzter und stärkerer Druck auf die Inflation weiterhin notwendig.
Eva Dieterle
Sie haben es gerade angedeutet: Die Frage ist natürlich: Wann werden wir denn wieder diese Zielmarke von 2 % Inflation erreichen? Können Sie das sagen?
Ulrich Kater
Ja. Wir können ziemlich sicher sagen, dass die Inflation mit großem Tempo abnimmt. Das ist ja schon passiert. Wir waren ja schon mal bei 10 %. Und die 6 %-Region, in der wir jetzt sind, wird auch weiter verlassen werden nach unten. Wir können uns im November sogar auch schon Zahlen unter 3 % vorstellen. Das ist aber nicht so sehr das, was der EZB im Magen liegt, sondern da geht es eher schon wieder um das nächste Jahr. Die Frage, ob beispielsweise starke Lohnsteigerungen die Inflation im nächsten Jahr wieder von diesen zweieinhalb Prozent dann auf dreieinhalb Prozent bringen. Also das Problem wird wesentlich handhabbarer. Aber für die EZB ist es eben erst gelöst, wenn wir tatsächlich wieder ganz unten bei den 2 % angekommen sind.
Eva Dieterle
Was bedeutet das, was gerade passiert für die Wirtschaft?
Ulrich Kater
Die Wirtschaft wird abgebremst und das ist immer das Dilemma einer Notenbank, wenn sie die Inflation bekämpfen möchte. Auf der einen Seite sind Zinserhöhungen ein gutes Instrument, aber der Nebeneffekt ist, dass die Konjunktur immer schwächer wird. Und so ist es ja auch. Wir haben zwar keine richtig tiefe Rezession, aber eine leichte in Deutschland schon. Gab es auch andere Belastungsfaktoren wie die Energiekrise und so weiter. Insgesamt kommen wir ganz gut durch das heißt, bisher hat die Europäische Zentralbank ein gutes Gleichgewicht zwischen der Beeinträchtigung der Wirtschaft auf der einen Seite durch die höheren Zinsen, auf der anderen Seite auch der Inflationsbekämpfung. Der Weg ist allerdings noch weit und geht bis weit ins nächste Jahr hinein, bis wir abwägen können, ob es wirklich auch ausreicht.
Eva Dieterle
Herr Kater, vielen Dank für Ihre aktuellen Einschätzungen. Danke nach Frankfurt.
Ulrich Kater
Sehr gerne.









