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Ehepaar aus Speyer soll Baby misshandelt haben

Juni 14, 2023

Es ist unfassbar, was sich vor rund drei Jahren in einem Haus in Speyer abgespielt haben soll. Ein Vater misshandelt sein Baby so sehr, dass es nur durch eine Notoperation gerettet werden kann, die Mutter schaut einfach weg – so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Die Eltern müssen sich seit heute vor dem Landgericht in Frankenthal verantworten.
Tanja H., die Mutter des kleinen Maxim betritt den Gerichtssaal heute ohne sichtbare Gefühlsregungen. Zwar verdeckt sie ihr Gesicht nicht, betont jedoch mehrmals, dass sie nicht gefilmt werden möchte. Der Vater Demetrius H. mischt sich gar unter die Zuschauer, bis das Gericht eintritt, um nicht erkannt zu werden.
Die Staatsanwaltschaft macht den Eltern schwere Vorwürfe. Sie geht davon aus, dass der 38-Jährige seinen sechas Monate alten Sohn schwer misshandelt hat. Immer wieder soll er dem Säugling in den Bauch geschlagen und ihm damit schwere innere Verletzungen zugefügt haben. Als das Baby deshalb immer wieder schreit, soll der Vater den Kopf des Sohnes gegen einen festen Gegenstand geschlagen haben.
Jochen Götzmann, Vormund Maxim H.
„Der Maxim hat bis zur Todesnähe multiple Organverletzungen gehabt. Die Leber und die Niere haben nicht mehr funktioniert. Hat dann auch verlegt werden müssen vom Diakonissen-Krankenhaus nach Heidelberg, weil da keine Dialyse zur Verfügung war. Und eine Schädelfraktur hat er gehabt.“
Die Ärzte können den Kleinen nur durch eine Notoperation retten. Sie müssen einen Teil seines Darms entfernen. Essen kann das Kind nur durch eine Sonde. Welche Folgeschäden Maxim davongetragen hat, kann auch jetzt – fast drei Jahre später – noch nicht abschließend beurteilt werden. Mittlerweile lebt Maxim bei einer Pflegefamilie. Der Vormund des Kindes vom Jugendamt Speyer tritt im Prozess als Nebenkläger auf.
Jochen Götzmann, Vormund Maxim H.
„Zurzeit besucht er den Kindergarten und entwickelt sich als fröhliches Kind. Tut gern Fußball spielen, tut alle Fahrzeuge gern fahren.
Thomas Franz, Nebenklagevertreter des Vormundes von Maxim H.
„Er kann mittlerweile sogar selbstständig essen, ist motorisch soweit gut hergestellt und wir hoffen, dass es nach wie vor eine Besserung – eine weitergehende Besserung für den Jungen gibt.“
Dabei kam die Hilfe fast zu spät. Denn obwohl die 32-jährige Mutter sah, dass ihr Kind kaum noch atmete, blau anlief und sich ständig erbrach, soll sie keinen Arzt aufgesucht haben. Erst auf Anraten einer befreundeten Krankenschwester hatte sie schließlich den Notarzt gerufen.
Bislang haben sich die Eltern nicht zu den Vorwürfen geäußert. Zu ihrem Sohn besteht kein Kontakt, von Reue keine Spur.
Jochen Götzmann, Vormund Maxim H.
„Ich kann sagen, dass so eine Entschuldigung nicht kam. Die Eltern, die haben uns immer andere Erklärungen präsentiert, wie es zu diesen Schädigungen gekommen ist. Beide Eltern erklären, dass sie nichts gemacht haben.“
Im Falle einer Verurteilung drohen den beiden Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft. Das Urteil soll bereits Ende Juni fallen.
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