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77 Katzen aus Privatwohnungen beschlagnahmt

Apr. 18, 2023

Entsetzen herrscht derzeit im Tierheim Rüsselsheim. Vor knapp zwei Wochen haben die Tierschützer auf einen Schlag 51 Katzen, teilweise in erbärmlichem Zustand, aufgenommen, 26 weitere kamen nach Darmstadt und Weiterstadt. Die völlig verwahrlosten Tiere wurden aus zwei überfüllten Wohnungen beschlagnahmt. Zwei lagen bereits tot in der Wohnung. Um die restlichen Tiere wird sich nun gekümmert.
Ihr Leid ist ihnen anzusehen, es sind Spuren des Elends. Das Fell vom Kopf gekratzt, die Augen entzündet. Langsam versuchen die Tiere wieder zu Kräften zu kommen
„Da hinten an den Ohren sehen wir noch, es ist schuppig, krustig, aufgekratzt ein bisschen. Die hatte blutigen Durchfall, aber es ist heute schon besser.“
Eine Anzeige führte das Veterinäramt zu zwei Wohnungen in Groß-Gerau, vollgestopft mit 77 Katzen.
Ina Ziebler-Eichhorn, Leiterin Tierheim Rüsselsheim
„Also es war sehr stark verschmutzt mit Katzenkot, auch mit Durchfall, mindestens die Hälfte hat starken Durchfall, teilweise auch Gebrochenes. Ganz viele hatten eitrigen Schnupfen. Parasiten ganz viel, alle Ohrmilben, Zahnfleischentzündungen, vereiterte Zähne – alles Mögliche, einmal quer durch die Bank.“
Kahlgeleckte Stellen – bei Katzen ein Zeichen für Stress. Wochenlang müssen die Tiere ohne ausreichend Futter und Wasser gelitten haben. Zwei Katzen sterben nach wenigen Tagen im Tierheim an Multiorganversagen.
Warum die beiden Halter so viele Tiere horteten, ist noch unklar.
Ina Ziebler-Eichhorn, Tierärztin Tierheim Rüsselsheim
„Mich ärgert natürlich, wenn so jemand Katzen hält, wobei mir bewusst ist, dass das zu einem gewissen Grad auch ein psychologisches Problem ist. Teilweise wurde das als Tierschutzverein aufgezogen, das weiß ich. Das heißt aber auch, dass es Leute gibt, die Tiere abnehmen, das hat auch so stattgefunden. Aber der ganze Markt läuft nur deshalb, weil Leute das kaufen.“
Das Veterinäramt prüft nun ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot sowie eine mögliche Anzeige, weil die Tiere ohne gültige Impfungen nach Deutschland eingeführt wurden.
Währenddessen stößt das Tierheim mit der Versorgung der knapp 50 Katzen an seine personellen und finanziellen Grenzen. Für die geschätzt 300 Euro Behandlungskosten pro Tier bittet das Heim um Spenden.
Bis die Katzen eines Tages in ein neues Zuhause vermittelt werden können, wird es aufgrund des laufenden Verfahrens noch dauern. Bis dahin sind sie bei den Mitarbeitern des Tierheims in fürsorglichen Händen.
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