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Tod auf brennendem Hausboot – Vater des Opfers vor Gericht

Apr. 3, 2023

Ein schlimmen Unglück, bei dem vor einem Jahr ein siebenjähriges Mädchen ums Leben gekommen ist. Das Mädchen ist mit ihrem Vater auf einem Motorboot im Schiersteiner Hafen in Wiesbaden – plötzlich gerät das Boot in Flammen: Die Tochter stirbt, der Vater überlebt. Und weil Tobias W. damals fahrlässig gehandelt haben soll, muss er sich ab heute vor Amtsgericht Wiesbaden verantworten.
Fahrlässige Tötung und schwere Brandstiftung. So lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Laut Anklage soll Tobias W. auf seinem Hausboot einen Benzinkanister offen stehen gelassen haben. Weil das Boot ins Wanken geraten sei, habe er einen Anker setzen wollen. Dabei sei der Kanister umgefallen und das Benzin habe sich an einem Heizkörper entzündet.
Tobias W. sei durch eine Verpuffung vom Boot geschleudert worden. Seine siebenjährige Tochter habe in der brennenden Kajüte keine Chance gehabt, die Luke zu öffnen, um den Flammen zu entkommen.
Marcel Gassan, Reporter
„Tobias W. sagt, er sei mit seiner Tochter oft auf dem Boot gewesen. Jetzt im Gericht, macht jeder Gedanke an den Morgen alles wieder lebendig. Immer wieder bricht Tobias W. in Tränen aus.  So auch als er beschreibt, er habe noch vergeblich versucht auf das Boot zu klettern, seine Tochter irgendwie zu retten. Ein Rettungsschwimmer konnte ihn nur unter großer Kraftanstrengung vom Boot wegzerren. Als die Richterin fragt, ob er einen Fehler begangen hätte, antwortet Tobias W. unter Tränen: ‚Natürlich!‘.“
Das Gericht muss nun prüfen, ob Tobias W. zur Tatzeit schuldfähig war. Vor Gericht sagt er heute aus, dass er am Abend vor dem Unglück Cannabis und Amphetamine konsumiert habe.
Sollte er verurteilt werden, droht ihm eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft. Der Prozess soll am nächsten Mittwoch fortgesetzt werden.
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