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Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ zieht Bilanz

März 22, 2023

Wenn ein Verbrechen passiert, steht häufig der Täter im Mittelpunkt. Wir sehen dann Bilder vom Gerichtsprozess. Was wir aber noch allzu oft vergessen: Die Opfer leiden weiter. Auch nach einer Verurteilung. Zum Beispiel in Fällen von sexuellem Missbrauch oder Gewalt in der Partnerschaft. Und genau an dieser Stelle kommt der Weiße Ring ins Spiel. Seit fast 40 Jahren hilft die Organisation den Opfern von Kriminalität, mit den Folgen der Verbrechen klarzukommen.
„Weißer Ring. Robert Klimowski. Wie kann ich Ihnen helfen?“]
Robert Klimowski, ehrenamtlicher Helfer Weißer Ring RLP
„In der Regel kommen die Hilfsanfragen über Telefon bei der Außenstelle an. Und vor einiger Zeit hatte ich dort einen entsprechenden Anruf von einer jungen Frau, die mir mitgeteilt hat, dass sie vermutet, dass ihr dreijähriges Mädchen möglicherweise Opfer eines sexuellen Übergriffs durch den leiblichen Vater geworden ist. Das hat mich natürlich zunächst einmal getroffen. Als Familienvater denkt man da in einer besonderen Art und Weise drüber nach“
Dann kommt es zu Gesprächen. Vertraulich. Robert Klimowski stellt Fragen und hört zu. Er kann handeln. Zunächst hilft er, das betroffene Kind in einer Klinik untersuchen zu lassen.
Robert Klimowski, ehrenamtlicher Helfer Weißer Ring RLP
„Um die möglichen Missbrauchsvorwürfe zu verifizieren und zu dokumentieren. Im weiteren Schritt haben wir ihr geholfen, einen Therapeuten für sich selbst und das Kind zu finden. Und auch einen Hilfescheck des Weißen Ringes, einen Anwalt organisiert, der mit ihr berät, was können die weiteren Schritte sein.“
So kann der Weiße Ring jedes Jahr vielen Opfern von Kriminalität helfen. Im vergangenen Jahr waren es rund 950 Fälle. Ohne ehrenamtliche Helfer geht hier gar nichts.
Aber die Opferhilfe hat Nachwuchsprobleme. In absehbarer Zeit droht dem Weißen Ring ein Personalmangel.
Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Vorsitzende Weißer Ring Rheinland-Pfalz
„Deswegen sind sehr stark in der Akquise, nicht nur Menschen zu gewinnen, die schon ihr aktives Erwerbsleben beendet haben, sondern auch junge Menschen, die Studierende sind, im Bereich der sozialen Arbeit, im Bereich Jura, eigentlich in allen Lebens- und Studienbereichen und auch Menschen, die im Berufsleben stehen. Wie gesagt, wir brauchen jeden, der sich hier engagieren möchte, und wir freuen uns auch über jeden.“
Aber nicht jeder ist für die Arbeit beim Weißen Ring geschaffen. Das ist keine leichte Aufgabe.
Robert Klimowski, ehrenamtlicher Helfer Weißer Ring RLP
„Man muss wissen, dass man bei der Arbeit beim Weißen Ring mit den Opfern zusammen teilweise in sehr schwierige Situationen kommt. Alle Möglichkeiten von Straftaten sind möglich. So schlimm sie auch sind. Aber man muss dann auch den Mut haben, sich dieser Situation zu stellen, mit der Absicht, jemandem helfen zu wollen.“
Für Robert Klimowski war es die richtige Entscheidung. Er sagt: Die Dankbarkeit der Opfer ist sein größter Lohn.
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