Pflegeheim schließt – 100 Bewohner brauchen eine neue Bleibe
Für die Bewohner des Pflegeheims „CURATA“ in Bad Soden-Salmünster war die Nachricht ein Schock: Ende Dezember kündigte der Betreiber an, das Haus zum 31. März zu schließen. Rund 100 pflegebedürftige Senioren müssen sich nun also schnell eine neue Bleibe suchen. Und zwar in einer anderen Stadt, denn in Bad Soden-Salmünster gibt es sonst kein weiteres Pflegeheim.
Das Haus CURATA in Bad Soden-Salmünster ist in die Jahre gekommen. Doch statt der erhofften Sanierung nun das unerwartete Aus. Rein dürfen wir leider nicht – für die Bewohner sei die Situation auch so schon schwierig genug. Ein Fernsehteam würde da nur für noch mehr Aufregung sorgen, teilt uns der Heimbetreiber mit. Wir fragen stattdessen im Rathaus bei Bürgermeister Dominik Brasch nach, der viele Bewohner und Mitarbeiter seit Jahren persönlich kennt.
Dominik Brasch, parteilos, Bürgermeister Bad Soden-Salmünster
„Für viele ist das jetzt hier ein Schicksalsschlag. Die Belastung ist doch extrem hoch. Und es tut mir um die Menschen leid. Insbesondere um die Menschen, die dort seit vielen Jahren wohnen. Aber auch um die, die dort seit vielen Jahren arbeiten.“
Jetzt gehe es darum, die Menschen so schnell wie möglich in andere Einrichtungen zu verteilen. Die CURATA Care Holding hat allen Bewohnern und Mitarbeitern angeboten, in einem anderen Haus des Trägers unterzukommen. Etwa in Frankfurt, in Wiesbaden oder in Würzburg. Doch warum muss das Pflegeheim in Bad Soden-Salmünster überhaupt schließen?
Weil von mehr als 200 Zimmern zuletzt nur noch etwa 100 belegt waren. Zu wenig für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb. Gerade in diesen Zeiten. Schriftlich teilt uns die „CURATA Care Holding“ mit:
„Unter anderem durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die stark gestiegenen Energiekosten und sonstige allgemeine Preissteigerungen sind Teile der CURATA Gruppe in eine finanzielle Schieflage geraten.“
Das größte Problem der Branche: der wachsende Personalmangel. Doch auch die Pflegereform des vergangenen Jahres macht vielen Pflegeheimen schwer zu schaffen. Seit dem 1. September sind die Betreiber bundesweit dazu verpflichtet, alle Mitarbeiter nach Tarif zu bezahlen – im Schnitt bedeute das rund 25 % mehr Lohn pro Pflegekraft.
Richard Graubert, Ambulanter Stationärer Pflegeverband Hessen
„Ich erwarte in Zukunft sowieso mehr Insolvenzen oder mehr Schließungen von Pflegeeinrichtungen, sei es ambulanter oder stationärer Art. Weil die Verwaltungsrahmenbedingungen, in denen wir arbeiten müssen, die Auflagen, die gekommen sind, immer stärker werden. Das hat zur Folge, dass sowohl die Kosten explodieren, dass aber auch die Menschen, die diesen emotionalen Beruf ausüben, sich mit ihm nicht mehr identifizieren können.“
Denn oft müssten sich immer weniger Mitarbeiter um immer mehr Patienten kümmern, damit eine Einrichtung noch wirtschaftlich arbeiten könne. Und das, obwohl ältere und pflegebedürftige Menschen für einen Platz im Pflegeheim inzwischen bis zu 6.000 Euro im Monat an Eigenleistung aufbringen müssten. Hier müsse sich dringend etwas im System ändern – gerade auch in Anbetracht einer immer älter werdenden Gesellschaft.
Richard Graubert, Ambulanter Stationärer Pflegeverband Hessen
„Solange wir Pflege als Schicksal der Familie sehen und nicht als Gesellschaft letztendlich uns das zur Aufgabe machen, zur Chefsache erklären, so lange wird sich an der Pflegesituation nichts ändern.“
In Bad Soden-Salmünster ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Hier finden viele, dass es in einer Stadt mit 14.000 Einwohnern auch eine Perspektive für das Leben im Alter geben müsse. Dazu gehöre ein Pflegeheim mit bezahlbaren Plätzen.
Das Haus CURATA in Bad Soden-Salmünster ist in die Jahre gekommen. Doch statt der erhofften Sanierung nun das unerwartete Aus. Rein dürfen wir leider nicht – für die Bewohner sei die Situation auch so schon schwierig genug. Ein Fernsehteam würde da nur für noch mehr Aufregung sorgen, teilt uns der Heimbetreiber mit. Wir fragen stattdessen im Rathaus bei Bürgermeister Dominik Brasch nach, der viele Bewohner und Mitarbeiter seit Jahren persönlich kennt.
Dominik Brasch, parteilos, Bürgermeister Bad Soden-Salmünster
„Für viele ist das jetzt hier ein Schicksalsschlag. Die Belastung ist doch extrem hoch. Und es tut mir um die Menschen leid. Insbesondere um die Menschen, die dort seit vielen Jahren wohnen. Aber auch um die, die dort seit vielen Jahren arbeiten.“
Jetzt gehe es darum, die Menschen so schnell wie möglich in andere Einrichtungen zu verteilen. Die CURATA Care Holding hat allen Bewohnern und Mitarbeitern angeboten, in einem anderen Haus des Trägers unterzukommen. Etwa in Frankfurt, in Wiesbaden oder in Würzburg. Doch warum muss das Pflegeheim in Bad Soden-Salmünster überhaupt schließen?
Weil von mehr als 200 Zimmern zuletzt nur noch etwa 100 belegt waren. Zu wenig für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb. Gerade in diesen Zeiten. Schriftlich teilt uns die „CURATA Care Holding“ mit:
„Unter anderem durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die stark gestiegenen Energiekosten und sonstige allgemeine Preissteigerungen sind Teile der CURATA Gruppe in eine finanzielle Schieflage geraten.“
Das größte Problem der Branche: der wachsende Personalmangel. Doch auch die Pflegereform des vergangenen Jahres macht vielen Pflegeheimen schwer zu schaffen. Seit dem 1. September sind die Betreiber bundesweit dazu verpflichtet, alle Mitarbeiter nach Tarif zu bezahlen – im Schnitt bedeute das rund 25 % mehr Lohn pro Pflegekraft.
Richard Graubert, Ambulanter Stationärer Pflegeverband Hessen
„Ich erwarte in Zukunft sowieso mehr Insolvenzen oder mehr Schließungen von Pflegeeinrichtungen, sei es ambulanter oder stationärer Art. Weil die Verwaltungsrahmenbedingungen, in denen wir arbeiten müssen, die Auflagen, die gekommen sind, immer stärker werden. Das hat zur Folge, dass sowohl die Kosten explodieren, dass aber auch die Menschen, die diesen emotionalen Beruf ausüben, sich mit ihm nicht mehr identifizieren können.“
Denn oft müssten sich immer weniger Mitarbeiter um immer mehr Patienten kümmern, damit eine Einrichtung noch wirtschaftlich arbeiten könne. Und das, obwohl ältere und pflegebedürftige Menschen für einen Platz im Pflegeheim inzwischen bis zu 6.000 Euro im Monat an Eigenleistung aufbringen müssten. Hier müsse sich dringend etwas im System ändern – gerade auch in Anbetracht einer immer älter werdenden Gesellschaft.
Richard Graubert, Ambulanter Stationärer Pflegeverband Hessen
„Solange wir Pflege als Schicksal der Familie sehen und nicht als Gesellschaft letztendlich uns das zur Aufgabe machen, zur Chefsache erklären, so lange wird sich an der Pflegesituation nichts ändern.“
In Bad Soden-Salmünster ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Hier finden viele, dass es in einer Stadt mit 14.000 Einwohnern auch eine Perspektive für das Leben im Alter geben müsse. Dazu gehöre ein Pflegeheim mit bezahlbaren Plätzen.









