Mieter sollen illegale Wohnsiedlung verlassen
Stellen Sie sich vor, Sie ziehen in eine neue Wohnsiedlung und haben sich gerade eingerichtet und plötzlich heißt es: Sie müssen wieder ausziehen, die Siedlung in der sie wohnen wurde illegal gebaut. Kaum zu glauben? Genau das ist jetzt aber für rund 70 Menschen in Mittelhessen bei Gießen bittere Realität. Denn die Bauaufsicht sagt: Eine Wohnsiedlung darf nicht im Gewerbegebiet liegen.
Die Vorfreude auf Weihnachten wurde bei Familie Kirchner ziemlich getrübt. Vergangenes Jahr erst ist Rudolf Kirchner gemeinsam mit seiner Frau Melissa und der inzwischen fünfjährigen Tochter Evangeline eingezogen. Nun müssen sie sich mit ihren fünf jungen Katzen wohl ein neues Zuhause suchen. Spätestens nach einer Frist von einem Jahr müssen sie ausgezogen sein, denn ihr Mehrfamilienhaus gilt als illegal. Menschen aus 30 Wohnungen sind betroffen. Der 30-jährige Rudolf Kirchner ist sauer.
Rudolf Kirchner, Mieter
„Du hast ja auch Zeit hier reingesteckt. Es hat ja auch Geld gekostet, Zeit gekostet, sich das hier gemütlich zu machen. Dann kommt halt Traurigkeit und nach der Traurigkeit dann halt auch irgendwie die Wut. Warum? Was soll das?“
Südlich von Gießen am Rand der Kleinstadt Linden ist in den vergangenen Jahren eine Siedlung mit vier Wohnhäusern entstanden. Sabine Sommerlad und ihr Mann haben sich hier vor 17 Jahren ein Haus gebaut. 2009 kaufen sie ein Nachbargebäude, das damals schon als Studentenwohnheim genutzt wird. Dass dafür gar keine Genehmigung vorliegt, ist ihnen nach eigener Aussage zuerst nicht bewusst. Die Sommerlads gründen eine Stiftung und bauen vor vier Jahren eine Lagerhalle zu einem Wohnhaus um, als günstige Bleibe für sozial schwache Familien und Flüchtlinge. Von Anfang an gibt es zwar Probleme mit den beantragten Genehmigungen, auch Baustopps werden zwischenzeitlich verhängt. Aber Sabine Sommerlad sagt, es habe mündliche Zusagen der Stadt gegeben, das Gewerbegebiet bald als Mischgebiet auszuweisen. Inzwischen gesteht sie ein, zu blauäugig an die Sache herangegangen zu sein.
Sabine Sommerlad, Vorsitzende Stiftung „BuFu“
„Weil wir ja guten Glaubens waren. Wir haben immer gedacht, wir würden nichts Verkehrtes machen. Weil wir ja immer auch im Gespräch waren mit dem Chef vom Bauamt, mit dem Bürgermeister.“
Von mündlichen Zusagen will aber weder die Stadt Linden noch die zuständige Bauaufsicht beim Landkreis Gießen etwas wissen. Die Anträge auf Baugenehmigung für Wohnhäuser im Gewerbegebiet seien allesamt abgelehnt worden. Die Bauaufsicht hat die Nutzung der Wohnungen nun untersagt und sieht zur Auszugsfrist trotz Wohnungsknappheit keine Alternative.
Landkreis Gießen
„Die Lösung für Wohnungsmangel kann nicht eine sich immer weiter ausdehnende illegale Bebauung im Außenbereich sein, der vor Bebauung gesetzlich geschützt ist.“
Der Landkreis will den rund 70 Mietern alternative Mietangebote vermitteln, bislang ist aber noch nichts geschehen. Die Mieter haben nun Kommunalpolitiker und die hessische Landesregierung angeschrieben, damit sie in ihren Wohnungen bleiben dürfen. Auch Melissa und Rudolf Kirchner hoffen noch, dass sie ihr Zuhause nicht verlassen müssen.
Die Vorfreude auf Weihnachten wurde bei Familie Kirchner ziemlich getrübt. Vergangenes Jahr erst ist Rudolf Kirchner gemeinsam mit seiner Frau Melissa und der inzwischen fünfjährigen Tochter Evangeline eingezogen. Nun müssen sie sich mit ihren fünf jungen Katzen wohl ein neues Zuhause suchen. Spätestens nach einer Frist von einem Jahr müssen sie ausgezogen sein, denn ihr Mehrfamilienhaus gilt als illegal. Menschen aus 30 Wohnungen sind betroffen. Der 30-jährige Rudolf Kirchner ist sauer.
Rudolf Kirchner, Mieter
„Du hast ja auch Zeit hier reingesteckt. Es hat ja auch Geld gekostet, Zeit gekostet, sich das hier gemütlich zu machen. Dann kommt halt Traurigkeit und nach der Traurigkeit dann halt auch irgendwie die Wut. Warum? Was soll das?“
Südlich von Gießen am Rand der Kleinstadt Linden ist in den vergangenen Jahren eine Siedlung mit vier Wohnhäusern entstanden. Sabine Sommerlad und ihr Mann haben sich hier vor 17 Jahren ein Haus gebaut. 2009 kaufen sie ein Nachbargebäude, das damals schon als Studentenwohnheim genutzt wird. Dass dafür gar keine Genehmigung vorliegt, ist ihnen nach eigener Aussage zuerst nicht bewusst. Die Sommerlads gründen eine Stiftung und bauen vor vier Jahren eine Lagerhalle zu einem Wohnhaus um, als günstige Bleibe für sozial schwache Familien und Flüchtlinge. Von Anfang an gibt es zwar Probleme mit den beantragten Genehmigungen, auch Baustopps werden zwischenzeitlich verhängt. Aber Sabine Sommerlad sagt, es habe mündliche Zusagen der Stadt gegeben, das Gewerbegebiet bald als Mischgebiet auszuweisen. Inzwischen gesteht sie ein, zu blauäugig an die Sache herangegangen zu sein.
Sabine Sommerlad, Vorsitzende Stiftung „BuFu“
„Weil wir ja guten Glaubens waren. Wir haben immer gedacht, wir würden nichts Verkehrtes machen. Weil wir ja immer auch im Gespräch waren mit dem Chef vom Bauamt, mit dem Bürgermeister.“
Von mündlichen Zusagen will aber weder die Stadt Linden noch die zuständige Bauaufsicht beim Landkreis Gießen etwas wissen. Die Anträge auf Baugenehmigung für Wohnhäuser im Gewerbegebiet seien allesamt abgelehnt worden. Die Bauaufsicht hat die Nutzung der Wohnungen nun untersagt und sieht zur Auszugsfrist trotz Wohnungsknappheit keine Alternative.
Landkreis Gießen
„Die Lösung für Wohnungsmangel kann nicht eine sich immer weiter ausdehnende illegale Bebauung im Außenbereich sein, der vor Bebauung gesetzlich geschützt ist.“
Der Landkreis will den rund 70 Mietern alternative Mietangebote vermitteln, bislang ist aber noch nichts geschehen. Die Mieter haben nun Kommunalpolitiker und die hessische Landesregierung angeschrieben, damit sie in ihren Wohnungen bleiben dürfen. Auch Melissa und Rudolf Kirchner hoffen noch, dass sie ihr Zuhause nicht verlassen müssen.









