Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Weihnachtsdorf Waldbreitbach

Dez. 8, 2022

Hinter unserem heutigen Adventskalendertürchen dreht sich alles um die Weihnachtskrippe, denn im Westerwald gibt es ein Dorf, das man wohl mit Fug und Recht als krippenverrückt bezeichnen kann. Hunderte Krippen sind dort überall im Ort verteilt – die kleinsten würden in eine Schuhschachtel passen, die größte wiegt rund 20 Tonnen.
Letzte Handgriffe an der größten Naturwurzelkrippe der Welt. Krippenbaumeister Stefan Girnstein weiß genau, wo die teilweise über 100 Jahre alten Figuren stehen müssen. Jedes Jahr aufs Neue setzen er und elf weitere Ehrenamtliche die Krippe in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt zwei Wochen lang zusammen. Über 1.000 getrocknete Eichenwurzeln und Moos aus den heimischen Wäldern dienen hier als Baumaterial. Nägel oder Draht sucht man an der Krippe vergeblich. Alles hier ist nur kunstvoll ineinandergesteckt, weswegen der Aufbau in jedem Jahr etwas anders ist. Die Naturwurzelkrippe ist ein echter Besuchermagnet. Auch wegen ihr verschlägt es – in pandemiefreien Jahren – jährlich 30.000 begeisterte Weihnachts- und Krippenfans nach Waldbreitbach.
Harald Scheil, Rentner
„Hervorragend! Die sieht sagenhaft aus, die gefällt mir sehr gut. So was habe ich auch noch nie gesehen. Deswegen bin ich auch heute hier, um mal diese große Krippe zu sehen in natura. Einwandfrei!“
Musik in den Ohren der Krippenbauer. Für solches Lob lohnt sich der große Aufwand.
Stefan Girnstein, Krippenbaumeister
„Ich kann mich an eine Frau erinnern, die hier vor der Corona-Zeit mal hier war und die sagte zu mir, sie hätte schon ganz viele Krippen in ihrem Leben gesehen, aber das hier würde allem die Krone aufsetzen. Das ist natürlich auch für uns ein guter Ansporn das weiter zu machen und die Tradition aufrecht zu erhalten. Das hat ja auch mit Tradition zu tun.“
Die Naturwurzelkrippe ist aber bei weitem nicht das einzige Highlight im Dorf. Ob riesige Schwibbogen-Krippe, acht Meter breiter, schwimmender Adventskranz oder die dazugehörige Krippe mitten in der Wied. Hier im Weihnachtsdorf gibt es überall leuchtende Attraktionen in der Dunkelheit zu bestaunen. Damit das für die Gemeinde nicht zu teuer wird, gibt es hier fast nur noch LED-Lampen und auch die Leuchtzeiten wurden in diesem Jahr verkürzt.
Viktor Schicker, Erster Beigeordneter Waldbreitbach
„Sonst haben wir dann fünf- oder fünfeinhalbtausend Kilowattstunden. Jetzt sind es dann eben dreieinhalbtausend Kilowattstunden und bei den Strompreisen, die wechseln ja täglich. Da kann man das gar nicht in Geld ausdrücken, aber es geht ja darum, dass man einfach einen Beitrag dazu bringt, dass nicht allzu viel sinnlos verbraucht wird und die Leute trotzdem ihre Freude dran haben.“
So bald gehen hier also nicht die Lichter aus, im Weihnachtsdorf Waldbreitbach.