Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Reaktionen auf Vorschlag zur Gaspreisbremse

Okt. 11, 2022

Wegen der stark gestiegenen Energiekosten hat die Gaspreiskommission des Bundes gestern Vorschläge gemacht, wie private Verbraucher und Unternehmen entlastet werden können. Danach sollen unter anderem die Preise für Gas und Fernwärme begrenzt werden. Wie die Vorschläge in Hessen und Rheinland-Pfalz ankommen und ob die Bürger jetzt die nötige Klarheit haben, wie es weitergeht? Wir haben uns umgehört.
Kerstin Wolff, Sachbearbeiterin
„Eher sehr verwirrend, was im Moment so genau im Umlauf ist an Informationen. Ja, also, es ändert sich ja auch ständig. Schwierig da noch den Durchblick zu behalten.“
Arno Andreas, Rentner
„Nein, ich hab das nicht verstanden.“
Nediljka Martinovic, Rentnerin
„Also ich halte das alles für unmöglich, wie das abläuft.“
Viel Unmut und viele offene Fragen. Klar ist nur – es muss schnell etwas passieren. Doch die geplante Gaspreisbremse soll nicht sofort greifen. Geht es nach den Vorschlägen der Gaspreiskommission sollen Bürger im Dezember erst mal eine Einmalzahlung erhalten. Die Bundesregierung soll dazu die Kosten in Höhe der September-Abschlagszahlung bei Gas und Fernwärme übernehmen.
Ab März oder April soll dann die Gaspreisbremse in Kraft treten. Kunden erhalten Erdgas dann zu einem Höchstpreis von 12 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Preis gilt, bis 80% des Vorjahresverbrauchs erreicht sind. Alles darüber hinaus muss zum Marktpreis gekauft werden.
Verbraucherschützer sprechen von spürbaren Entlastungen für die Bürger, hätten sich aber eine zielgenauere Unterstützung gewünscht.
Philipp Wendt, Verbraucherzentrale Hessen
„Na, die Gaspreisbremse hat den Nachteil, dass sie eben die Personen bevorteilt, die besonders hohe Verbrauche hatten und deshalb hätten wir uns als Verbraucherzentralen gewünscht, dass man das nach dem Einkommen staffelt, um wirklich diejenigen zu unterstützen, die die Hilfe wirklich am nötigsten brauchen. Die Kommission selber sagt ja leider: ‚Entschuldigung auf die Schnelle ging es nicht besser‘. “
Und selbst mit der Preisbremse auf Gas müssen Verbraucher mit höheren Kosten rechnen als bislang. Das sei auch so vorgesehen, um Sparanreize zu setzen, so die Gaspreiskommission. Aufgrund des russischen Lieferstopps steht nach wie vor nicht genügend Gas zur Verfügung.
Veronika Grimm, Vorsitzende Gaspreiskommission
„Es wird auch nicht so sein, dass die Gaskunden vollständig entlastet werden. Sondern sie werden nur auf ein Niveau runtergeholt, das ungefähr der neuen Normalität entspricht. Also ungefähr dem Gaspreis, der in Zukunft gelten wird, nachdem diese unmittelbare Krise vorbei ist.“
Für Unternehmen gibt es keine einmalige Kostenerstattung. Stattdessen startet für sie die Gaspreisbremse schon zum 1. Januar. Hier sollen 70 Prozent des Verbrauchs preislich gedeckelt werden. Ein positives Signal, sagen Unternehmerverbände.
Moritz Mergen, Landesvereinigung Rheinland-Pfälzischer Unternehmerverbände
„Die Unternehmen haben darauf gewartet und deshalb sind wir jetzt sehr gespannt, wann endlich der Effekt eintritt für die Unternehmen. Weil es ist ganz wichtig; die Unternehmen müssen wissen, wie hoch ihre Energiekosten sind, damit sie auch daran ihre Preise orientieren können. Weil am Schluss müssen die Unternehmen endlich wieder Gewinn machen.“
Und auch die Bürger wollen nach dem Geschacher um die Gasumlage nun endlich Gewissheit, auf was sie sich finanziell einstellen müssen.
Arno Andreas, Rentner aus Mainz
„Was ist mit dem Strompreis? Wird der auch gedeckelt oder geht der ins Unendliche?“
Melanie Horn, Sachbearbeiterin
„Ich denke, es wird trotzdem teurer. Wir haben ja jetzt schon ein Schreiben bekommen, dass die Preise – die Arbeitspreise – sich erhöht haben. Ums Doppelte eigentlich schon. Und ja, schaun mer mal, was für eine Nachzahlung nächstes Jahr kommt.“
Nediljka Martinovic, Rentnerin
„Frage ist, wie geht das weiter? Erhöhung mit Gas, mit Strom, mit diese ganze Situation…“
Welche Vorschläge der Kommission in die Tat umgesetzt werden, ist bislang offen. Nun liegt es an der Regierung bei der Ausarbeitung der Details wortwörtlich „Gas zu geben“.