Atomkraft ja bitte – aber
Lange hatte der grüne Bundesenergieminister Robert Habeck behauptet, Deutschland habe ein Gas-, aber kein Stromproblem. Doch die Wahrheit ist: Deutschland hat ein Gas- UND ein Stromproblem. Deswegen wurden in den letzten Wochen die Rufe immer lauter, die drei letzten noch aktiven Atommeiler am Jahresende nicht abzuschalten. Da Putin kein Gas mehr liefert, zählt jede Kilowattstunde Strom, die nicht in Gaskraftwerken erzeugt werden muss. Doch gestern trat der Robert Habeck vor die Presse und hatte eine frappierende Lösung: Zwei der drei AKWs bleiben in Bereitschaft, sollen aber keinen Strom mehr einspeisen.
Ab Januar 2023 soll vorerst kein Atomstrom mehr in das deutsche Stromnetz eingespeist werden. Das verkündet Robert Habeck gestern Abend, nachdem der Stresstest des deutschen Stromnetzes abgeschlossen war. Das Ergebnis: Obwohl krisenhafte Situationen nicht ausgeschlossen werden können, sollen nur zwei der insgesamt drei deutschen Meiler im Januar nächsten Jahres in einem Reservemodus weiterlaufen. Sollte ein Blackout drohen, könne man sie wieder ans Netz nehmen.
Robert Habeck, B’90 / Grüne, Bundeswirtschaftsminister
„Das ist eine Entscheidung der Abwägung. Denn es ist eine Hochrisikotechnologie, die den Leistungsbetrieb Ende des Jahres einstellen sollte. Aber das ist eine sowohl vertretbare wie notwendige Entscheidung.“
Die süddeutschen Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim 2 sollen bis Mitte April in diesem Reservemodus bleiben. Dann müssten neue Brennstäbe eingesetzt werden. Das niedersächsische Atomkraftwerk Emsland soll Ende 2022 komplett abgeschaltet werden. Bei der rheinland-pfälzischen CDU sieht man in Habecks Plänen eine Masche.
Christian Baldauf, CDU, Frkationsvorsitzender Rheinland-Pfalz
„Es wäre schlimm, wenn das eine Wahlkampftaktik wäre, dass man ausgerechnet in Niedersachsen das Kraftwerk abschaltet. Das kann nicht im Ernst jetzt auf dem Altar der Politik geopfert werden, sondern wir brauchen die Energiesicherheit und deshalb brauchen wir auch das niedersächsische Kraftwerk am Netz.“
Auch von den rheinland-pfälzischen Unternehmerverbänden kommt Kritik. Um einen Blackout für die Wirtschaft zu verhindern müsse man jede Möglichkeit der heimischen Stromgewinnung nutzen.
Moritz Mergen, LVU Rheinland-Pfalz
„Wir als Wirtschaft wollen auch den Ausstieg aus der Kernkraft. Aber es ist uns auf der anderen Seite natürlich auch klar: Wenn der Worst Case eintritt und wenn wir weiterhin der Spielball von Russland sind hier in Deutschland, dann müssen wir mit allem planen, was wir haben und dazu gehören eben auch noch die Atomkraftwerke die am Netz sind.“
Einige Kommunen bereiten sich schon jetzt auf einen möglichen Ausfall der Strom– und Gasversorgung vor. So im pfälzischen Winnweiler. Hier hat man sich auf eigene Kosten Stromerzeuger und Heizgeräte angeschafft. Warme und beleuchtete Unterkünfte für die Bevölkerung können so bereitgestellt werden. Doch nicht alle sind gut vorbereitet.
Joachim Streit, Freie Wähler, Fraktionsvorsitzender RLP
„Wir müssen dringend Alarm– und Einsatzpläne auf den Weg bringen zur Gas– und zur Strommangellage, damit die Krisenstäbe wissen, was sie zu tun haben. Es gibt solche auf Bundesebene und nach Paragraph 6 des Landesbrand– und Katastrophenschutzgesetz ist das Land halt zuständig für solche Alarm– und Einsatzpläne.“
Auf Nachfrage von 17:30 Sat.1 Live wird die Zuständigkeit dafür zwischen Innen- und Wirtschaftsministerium hin und her gereicht. Man kann nur vermuten, dass Alarm– und Einsatzpläne für einen Blackout nicht vorliegen. Sollte es im neuen Jahr wirklich dazu kommen, könnte auch der Reservebetrieb der beiden Atomkraftwerke zum Problem werden. Denn laut TÜV dauert die Wiederinbetriebnahme eines AKW mehrere Tage.
Ab Januar 2023 soll vorerst kein Atomstrom mehr in das deutsche Stromnetz eingespeist werden. Das verkündet Robert Habeck gestern Abend, nachdem der Stresstest des deutschen Stromnetzes abgeschlossen war. Das Ergebnis: Obwohl krisenhafte Situationen nicht ausgeschlossen werden können, sollen nur zwei der insgesamt drei deutschen Meiler im Januar nächsten Jahres in einem Reservemodus weiterlaufen. Sollte ein Blackout drohen, könne man sie wieder ans Netz nehmen.
Robert Habeck, B’90 / Grüne, Bundeswirtschaftsminister
„Das ist eine Entscheidung der Abwägung. Denn es ist eine Hochrisikotechnologie, die den Leistungsbetrieb Ende des Jahres einstellen sollte. Aber das ist eine sowohl vertretbare wie notwendige Entscheidung.“
Die süddeutschen Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim 2 sollen bis Mitte April in diesem Reservemodus bleiben. Dann müssten neue Brennstäbe eingesetzt werden. Das niedersächsische Atomkraftwerk Emsland soll Ende 2022 komplett abgeschaltet werden. Bei der rheinland-pfälzischen CDU sieht man in Habecks Plänen eine Masche.
Christian Baldauf, CDU, Frkationsvorsitzender Rheinland-Pfalz
„Es wäre schlimm, wenn das eine Wahlkampftaktik wäre, dass man ausgerechnet in Niedersachsen das Kraftwerk abschaltet. Das kann nicht im Ernst jetzt auf dem Altar der Politik geopfert werden, sondern wir brauchen die Energiesicherheit und deshalb brauchen wir auch das niedersächsische Kraftwerk am Netz.“
Auch von den rheinland-pfälzischen Unternehmerverbänden kommt Kritik. Um einen Blackout für die Wirtschaft zu verhindern müsse man jede Möglichkeit der heimischen Stromgewinnung nutzen.
Moritz Mergen, LVU Rheinland-Pfalz
„Wir als Wirtschaft wollen auch den Ausstieg aus der Kernkraft. Aber es ist uns auf der anderen Seite natürlich auch klar: Wenn der Worst Case eintritt und wenn wir weiterhin der Spielball von Russland sind hier in Deutschland, dann müssen wir mit allem planen, was wir haben und dazu gehören eben auch noch die Atomkraftwerke die am Netz sind.“
Einige Kommunen bereiten sich schon jetzt auf einen möglichen Ausfall der Strom– und Gasversorgung vor. So im pfälzischen Winnweiler. Hier hat man sich auf eigene Kosten Stromerzeuger und Heizgeräte angeschafft. Warme und beleuchtete Unterkünfte für die Bevölkerung können so bereitgestellt werden. Doch nicht alle sind gut vorbereitet.
Joachim Streit, Freie Wähler, Fraktionsvorsitzender RLP
„Wir müssen dringend Alarm– und Einsatzpläne auf den Weg bringen zur Gas– und zur Strommangellage, damit die Krisenstäbe wissen, was sie zu tun haben. Es gibt solche auf Bundesebene und nach Paragraph 6 des Landesbrand– und Katastrophenschutzgesetz ist das Land halt zuständig für solche Alarm– und Einsatzpläne.“
Auf Nachfrage von 17:30 Sat.1 Live wird die Zuständigkeit dafür zwischen Innen- und Wirtschaftsministerium hin und her gereicht. Man kann nur vermuten, dass Alarm– und Einsatzpläne für einen Blackout nicht vorliegen. Sollte es im neuen Jahr wirklich dazu kommen, könnte auch der Reservebetrieb der beiden Atomkraftwerke zum Problem werden. Denn laut TÜV dauert die Wiederinbetriebnahme eines AKW mehrere Tage.









