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Razzia im Frankfurter Bahnhofsviertel

Aug. 15, 2022

Das Frankfurter Bahnhofsviertel – auf der einen Seite Kult, auf der anderen Seite ein Ort, an dem es Drogenhandel, Prostitution und organisierte Kriminalität gibt. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Auseinandersetzungen auf offener Straße. Aus diesem Grund ist die Frankfurter Polizei am Wochenende mit einer großangelegten Razzia gegen die kriminelle Szene im Bahnhofsviertel vorgegangen.
Großeinsatz im Frankfurter Bahnhofsviertel! Im Visier der Polizei: bekannte Brennpunkte, Bars und Laufhäuser – die Schauplätze illegaler Drogengeschäfte und der organisierten Kriminalität.
Christoph Bosecker, Leiter regionale Einsatz- und Ermittlungseinheit, Polizei Frankfurt
„Verschiedene Etablissements in der Taunusstraße, aber auch die Personen, die sich vor diesen Etablissements aufhalten. Insbesondere aber auch Personen, die sich im Kaisersack aufhalten. Die größten Probleme haben wir in verschiedensten Formen von Delikten. Das fängt an von Taschen- und Trickdiebstahl über Raubstraftaten bis hin zu Körperverletzungsdelikten.“
Die Bilanz der Razzia: 300 kontrollierte Personen, mindestens 60 Strafanzeigen und die Festnahme von neun per Haftbefehl gesuchten Personen.
An diese Effizienz will die Polizei Frankfurt künftig anknüpfen und dafür noch enger mit der Stadt, der Deutschen Bahn und sämtlichen Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten.
Thomas Hollerbach, Leiter Pressestelle Polizeipräsidium Frankfurt am Main
„Im Bahnhofsviertel haben wir eine Multiproblemlage. Die ganz offensichtlichen Probleme: Verelendung von Suchtkranken auf der Straße, Müll, Gestank, Exkremente. Das sind alles Dinge, die wir mit unseren vollzugspolizeilichen Maßnahmen nicht lösen können werden. Da braucht es einen ganzheitlichen Ansatz. Das bedeutet, all unsere Sicherheitspartner und wir müssen gemeinsam an einem Strang ziehen.“
Während viele Gewerbetreibende dem Bahnhofsviertel bereits den Rücken gekehrt haben, halten einige weiter durch. So auch diese Schuhmacherei, die bereits seit 80 Jahren in der Münchner Straße, nur wenige Schritte vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt, zuhause ist. Hier blickt man mit Sorge auf den aktuellen Zustand des Viertels.
Alexander Dohn, Junior Geschäftsführer Schuhmacherei Lenz
„Die letzten Monate haben sich in der Hinsicht entwickelt, dass die Kriminalität auf der Straße deutlich mehr geworden ist. Die ganze Dealerei, die auf der Straße stattfindet, die man mittlerweile wirklich tagtäglich beobachten kann. Man hat dann irgendwann den Blick da drauf. Ja, und die anderen Kleinkriminalitäten, die stattfinden. Dass man irgendwas wo aus der Tasche geklaut wird oder, oder, oder. Das ist halt leider Gottes mittlerweile an der Tageordnung.“
Razzien, wie die am Wochenende, seien zwar nicht immer nachhaltig, im Kampf gegen die Kriminalität aber dennoch dringend nötig. Solche Großeinsätze erleichtern würde auch eine Waffenverbotszone, wie es sie bereits seit 2019 in Wiesbaden gibt. Der neue Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller ist hierzu bereits in Gesprächen mit der Stadt.