Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Flüchtlinge aus der Ukraine arbeiten in Hotellerie

Juli 6, 2022

Das Gastgewerbe sucht händeringend nach neuen Angestellten, denn während der Corona-Krise haben viele die Branche verlassen und sich nach neuen Jobs umgesehen. Doch eine andere Krise – der Ukrainekrieg – könnte nun neue Perspektiven für Hotellerie und Gastronomie eröffnen. Denn aus der Ukraine kommen Geflüchtete, die Arbeit suchen. Wie das so klappt, haben wir uns im Landhotel im rheinland-pfälzischen Stromberg angeschaut.
Valentyna bereitet gerade Möhren und Zucchini für das Abendessen vor. Sie ist 51 Jahre alt, gelernte Köchin und im März vor dem russischen Angriffskrieg aus der Ukraine geflohen. Über einen Facebook-Post wird sie auf das Jobangebot im Land- und Golfhotel Stromberg aufmerksam.
Valentyna, ist aus Butscha geflohen: „Ich wusste nicht, ob sie mich einstellen würden, ob das passt. Das ist ein anderes Land, andere Menschen und eine andere Sprache. Aber ich musste mir hier einen Job suchen um meiner Familie zu helfen. // Jetzt mag ich es hier sehr. Es ist ein sehr gutes Team, nette Mitarbeiter, ein toller Küchenchef. Ich mag alle. Sie unterstützen uns und bringen uns auch bei Deutsch zu kochen. Die ukrainische Küche ist einfach anders als die deutsche Küche.“
Andreas Kellerer, der Direktor des Landhotels ist froh, dass Iryna und fünf weitere Geflüchtete aus der Ukraine nun bei ihm arbeiten – erstmal mit einem Jahresvertrag. Nach der Coronakrise sind die Hotelzimmer wieder voll belegt, doch rund 20 Fachkräfte fehlen. Und so setzt Kellerer nun auf Verstärkung aus dem Ausland – mit einigen Herausforderungen.
Andreas Kellerer, Hoteldirektor: „Die Erfahrungen sind sehr gut. Allerdings bildet die Sprache schon eine große Barriere. Wir haben das große Glück, dass wir einen Mitarbeiter noch in der Küche haben, der ebenfalls aus der Ukraine ist, der damals bei uns auch die Ausbildung gemacht hat. Und er begleitet im Grunde genommen die Arbeitsgänge der Mitarbeiter. Und sie sind eine große Unterstützung. Aber, um auf das Niveau zu kommen, dass wir den Fachkräftemangel dadurch kompensieren können, das wird sicherlich noch eine Zeit dauern.“
Eine Öffnung für ausländische Fachkräfte sieht der Hotelier aber als unumgänglich. In Deutschland gäbe es nicht genügend Bewerber. Deshalb beginnen nun auch acht junge Indonesier hier ihre Ausbildung. Für das Haus bedeutet das einen deutlichen Mehraufwand.
Andreas Kellerer, Hoteldirektor: „Die jungen Menschen, die dort mit einem Koffer ankommen, 25 Kilo und 3 ½ Jahre in Deutschland bleiben, die müssen sie natürlich auch integrieren. Das heißt sie müssen Wohnraum schaffen, sie müssen sich auf deren Bedürfnisse einrichten, auch deren Kulturen. Und auch das Speisenangebot anpassen. Sie müssen sie begleiten auf das Einwohnermeldeamt. Sie müssen sie begleiten zur Bank, um ein Konto zu eröffnen. Sie müssen sie zur Berufsschule bringen.“

Ein Mehraufwand, der sich für Andreas Kellerer lohnt. Er hofft, dass die Indonesier nach der Ausbildung im Hotel bleiben. Und die Ukrainerinnen sind fleißig dabei Deutsch zu lernen, damit auch ihr Job Zukunft hat.
Valentyna, Köchin aus der Ukraine: „Ja, ich vermisse die Ukraine, ich habe viele Kinder dort. Aber wenn es für mich die Möglichkeit gibt hier im Hotel weiter zu arbeiten, dann werde ich bleiben.“