Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Schulstart in Hessen unter erschwerten Corona-Bedingungen

Okt. 25, 2021

Heute hat für über eine halbe Million Schüler in Rheinland-Pfalz und knapp 800.000 in Hessen die Schule wieder angefangen . Aus Sorge vor steigenden Corona-Infektionszahlen will man in beiden Bundesländern in den ersten beiden Wochen nach den Herbstferien wieder mehr testen. In Hessen gilt für die nächsten zwei Wochen sogar eine strengere Maskenpflicht: Der Mund-Nasen-Schutz muss auch im Unterricht wieder getragen werden.
Heute Morgen um 8 Uhr an der Philipp-Reis-Schule im hessischen Friedrichsdorf: Nach anderthalb Jahren Pandemie sind die Hygieneregeln für diese Achtklässler längst zur Routine geworden. Erst mal gründlich Hände waschen, dann kann es losgehen. Allerdings nicht mit dem Unterricht, sondern mit Sicherheitsmaßnahme Nummer zwei: Stäbchen raus, Coronatest! Auch das: inzwischen Alltag. Dass in den kommenden beiden Wochen nicht wie üblich zwei, sondern nun eben drei Tests pro Woche anstehen, macht den Schülern nichts aus.
Mika, 14 Jahre
„Für mich ist es eigentlich kein Problem. Weil es ist ja auch sicherer. Von daher macht es mir nicht so viel aus, wenn ich mich jetzt drei Mal testen muss in der Woche.“
Aaron, 14 Jahre
„Ich finde es relativ gut, weil dadurch der Schutz höher ist und sich weniger mit dem Coronavirus infizieren.“
Charlotte, 13 Jahre
„Es ist sicherer. Ich habe Familie und auch Risikopatienten in der Familie. Und ich möchte einfach sicher sein.“
15 Minuten später steht fest: Alle Tests sind negativ, der Unterricht kann beginnen. Auch Klassenlehrerin Miriam Maibach hält das verstärkte Testen nach den Ferien für wichtig und sinnvoll. Ärgerlich für sie nur der große Aufwand.
Miriam Maibach, Lehrerin
„Es nimmt dann doch durchaus viel Unterrichtszeit in Anspruch. Plus / Minus kostet es mich jedes Mal 20 Minuten Unterrichtszeit. Auch wenn es jetzt sehr routiniert läuft bei den Kindern.“
Wer vollständig geimpft ist, muss übrigens keinen Schnelltest machen – kann dies aber auf eigenen Wunsch tun.
Doch dann gibt es in Hessen auch noch eine höchst umstrittene Sonderregelung: Wenn Eltern nicht nur eine Impfung, sondern auch Coronatests für Kinder ablehnen, können sie sie von der Präsenzpflicht befreien lassen. Im Klartext: Sie dürfen zu Hause bleiben. Rund 750 Schüler machen von dieser Regelungen zurzeit Gebrauch. Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ein untragbarer Zustand.
Thilo Hartmann, GEW
„Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass Schülerinnen und Schüler aufgrund einer Entscheidung der Eltern aus der Schule rausgenommen werden, die Schulpflicht nicht zum Tragen kommt. Und das Kultusministerium macht sich da einen sehr schlanken Fuß. Denn sie sagen: Im Prinzip überlassen wir den Schwarzen Peter den Schulen; was die jetzt damit machen, was die Lehrkräfte damit machen, das interessiert uns nicht; wir wollen keinen Ärger mit diesen Eltern haben.“
In der Klasse 8G an der Philipp-Reis-Schule gibt es dieses Problem nicht: Alle kommen wie gewohnt zum Unterricht, lassen sich bereitwillig testen – und sie nehmen auch in Kauf, dass im Unterricht vorübergehend wieder die Maskenpflicht gilt. Nur mit einer Sache mag sich hier niemand so richtig anfreunden: Bei diesen herbstlichen Temperaturen alle 20 Minuten durchlüften – das ist den meisten einfach zu kalt.